Europawahlen: Schwedens Grüne schlagen Rechtspopulisten
Nach dem vorläufigen Wahlergebnis in Schweden liegen die schwedischen Grünen unerwartet deutlich vor den Schwedendemokraten (SD, EKR). Die regierenden Liberalen sind nur knapp dem Rauswurf aus dem Europaparlament entgangen.
Nach dem vorläufigen Wahlergebnis in Schweden liegen die schwedischen Grünen unerwartet deutlich vor den Schwedendemokraten (SD/EKR). Die regierenden Liberalen sind nur knapp dem Rauswurf aus dem Europaparlament entgangen.
Nach den ersten vorläufigen Ergebnissen der schwedischen Wahlbehörde kamen die Grünen auf 13,6 Prozent der Stimmen und lagen damit vor den Schwedendemokraten der EKR, die mit 13,4 Prozent weniger Stimmen erhielten als bei den letzten Europawahlen.
Die Linkspartei hingegen konnte nach Angaben der Wahlbehörde mit 11 Prozent der Stimmen – 4,2 Prozentpunkte mehr als bei der letzten Wahl – mit Abstand am stärksten zulegen und einen Sitz hinzugewinnen.
Spitzenkandidat Jonas Sjöstedt bezeichnete seine Partei als Sieger des Abends.
„Das ist eine fantastische rot-grüne Wahl. Wäre es eine allgemeine Wahl gewesen, wären wir mit den regierenden Koalitionsparteien zusammengewürfelt worden“, sagte er dem staatlichen Fernsehsender SVT.
Die Linke sei ein Gegengewicht zur wachsenden extremen Rechten in Europa, fügte er hinzu.
Der Europawahlkampf in Schweden wurde von einem Skandal um eine rechtsextreme Trollfabrik in Verbindung mit der SD dominiert. Der schwedische Fernsehsender TV4 hatte Anfang des Monats aufgedeckt, dass die rechtspopulistischen Schwedendemokraten (SD/EKR) zahlreiche anonyme Accounts genutzt hatten, um in den sozialen Medien Inhalte zu verbreiten, die ihre Ansichten unterstützten, manchmal auf Kosten ihrer Koalitionspartner.
Der Skandal trug wesentlich zum Absturz der Partei in den Umfragen und ihren mittelmäßigen Ergebnissen bei.
Inzwischen sind die Liberalen mit 4,2 Prozent der Stimmen die am schwächsten vertretene Partei im schwedischen Parlament, auch wenn dies bedeutet, dass sie ihren Europaabgeordneten behalten, indem sie über der Vier-Prozent-Hürde bleiben.
Die Sozialdemokraten bestätigen ihre Position als größte Partei Schwedens mit 25,1 Prozent. Sollte das Ergebnis jedoch unverändert bleiben, wäre dies das schlechteste EU-Wahlergebnis der Partei seit 33 Jahren.
Die Moderaten von Ministerpräsident Ulf Kristersson (EVP) kamen mit 17,3 Prozent auf den zweiten Platz.
[Bearbeitet von Charles Szumski/Kjeld Neubert]