Über Jahre hinweg wurden Wahlen und Umfragen vor allem durch die Zugewinne euroskeptischer oder antieuropäischer Parteien geprägt. Rechts- wie linkspopulistische Bewegungen gewannen auf dem gesamten Kontinent an Bedeutung. Auch erzkonservative Parteien wie die polnische Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) oder die britischen Torys gewannen legten immer weiter zu. Nach dem Brexit verlangsamte sich dieser Trend. Infolge des Sieges von Donald Trump in den Vereinigten Staaten begannen die Zustimmungswerte für die euroskeptischen Parteien zu sinken. Dieser Trend setzt sich aktuell weiter fort.
Die rechtspopulistischen Parteien, die mit AfD und FPÖ in der ENF-Fraktion im Europaparlament organisiert sind, verlieren im Mittel einen Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat und machen nun nur noch 5,5 Prozent der Wählerschaft in Europa aus. Der ENF setzt vor allem das schwache Abschneiden des Mitglieds Front National bei den Parlamentswahlen in Frankreich zu. Auch die euroskeptische Fraktion um Beppe Grillo und seine Fünf-Sterne-Bewegung EFDD fällt von 4,5 auf nur noch 4 Prozent. Vor allem UKIP, ein EFDD-Mitglied, musste in Großbritannien bei den dortigen Parlamentswahlen Verluste hinnehmen. Mit 8 Prozent liegen die konservativen Parteien der ECR-Fraktion, denen auch Bernd Luckes LKR angehört, europaweit bei nur noch 8 Prozent (-0,5%).