EZB-Chefin Lagarde: Inflation in der Eurozone noch nicht am Höhepunkt

Die Inflation in der Eurozone ist rekordverdächtig hoch und hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, am Montag (28. November) und deutete damit weitere Zinserhöhungen an.

EURACTIV.com with AFP
Committee on Economic and Monetary Affairs
Die Verbraucherpreise in der Eurozone, welche aus 19 Ländern besteht, stiegen im Oktober um 10,6 Prozent, angeheizt durch steigende Lebensmittel- und Energiekosten im Zuge des russischen Krieges in der Ukraine. [EPA-EFE/STEPHANIE LECOCQ]

Die Inflation in der Eurozone ist rekordverdächtig hoch und hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, am Montag (28. November) und deutete damit weitere Zinserhöhungen an.

Die Verbraucherpreise in der Eurozone, welche aus 19 Ländern besteht, stiegen im Oktober um 10,6 Prozent, aufgrund der steigenden Lebensmittel- und Energiekosten im Zuge des russischen Krieges in der Ukraine.

„Ich würde gerne sehen, dass die Inflation im Oktober ihren Höhepunkt erreicht hat, aber ich befürchte, dass ich nicht so weit gehen würde“, sagte Lagarde vor europäischen Gesetzgeber:innen in Brüssel.

„Ich denke, dass es zu viele Unsicherheiten gibt – insbesondere bei einer Komponente, nämlich der Weitergabe der hohen Energiekosten auf Großhandelsebene an den Einzelhandel – um anzunehmen, dass die Inflation tatsächlich ihren Höhepunkt erreicht hat. Das würde mich überraschen.“

Die EZB hat mit einer Reihe von Zinserhöhungen versucht, die Inflation einzudämmen, und ihre Leitzinsen seit Juli um zwei Prozentpunkte angehoben.

Lagarde sagte, die EZB habe die Zinssätze „so schnell wie nie zuvor“ erhöht und dass weitere Erhöhungen erforderlich seien, um die Inflation wieder auf das EZB-Ziel von 2 Prozent zu senken.

„Wir haben noch einen weiten Weg vor uns und sind mit der Inflation noch nicht fertig, also werden wir die Zinssätze weiter anheben“, sagte Lagarde.

Der EZB-Rat wird die nächste Zinserhöhung auf seiner Sitzung am 15. Dezember bekannt geben, auf der den Entscheidungsträger:innen auch neue Prognosen für die Inflation und das Wirtschaftswachstum vorliegen werden.

In den Vereinigten Staaten, wo die Federal Reserve früher und aggressiver mit Zinserhöhungen begonnen hat, haben die politischen Entscheidungsträger:innen angedeutet, dass ein langsameres Tempo der Zinserhöhungen „bald angemessen sein könnte.“