Finnland kauft Raketen, verankert sich in westlichen Sicherheitsstrukturen

Nach einem hektischen diplomatischen Wochenende und dem Besuch des finnischen Präsidenten im Weißen Haus wurden die militärischen und politischen Beziehungen zu den USA und Schweden vertieft.

EURACTIV.com
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Als Zeichen der Einigkeit angesichts des Krieges in der Ukraine haben sich alle politischen Parteien in Finnland für höhere Militärausgaben ausgesprochen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Antti Kaikkonen werden die konkreten Beträge im Frühjahr beschlossen. [<a href="https://www.shutterstock.com/es/image-photo/russian-missile-launcher-bm21-grad-on-1164172603" target="_blank" rel="noopener">Shutterstock / Oleg Elkov</a>]

Nach einem hektischen Wochenende und dem Besuch des finnischen Präsidenten im Weißen Haus wurden die militärischen und politischen Beziehungen zu den USA und Schweden vertieft. Finnland stärkt außerdem seine Verteidigungskapazitäten durch Beschaffung von neuen Militärgütern.

Als Zeichen der Einigkeit angesichts des Krieges in der Ukraine haben sich alle politischen Parteien in Finnland für höhere Militärausgaben ausgesprochen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Antti Kaikkonen werden die konkreten Beträge im Frühjahr beschlossen.

In einem Fernsehinterview am Samstag (5. März) erklärte Kaikkonen, dass Finnland seine Bemühungen zur Verbesserung der Luftabwehr durch den Kauf von Boden-Luft-Raketensystemen beschleunigt. Die Entscheidung wird Anfang 2023 für eines von zwei israelischen Ausschreibungen von Israel Aerospace Industries und Rafael Advanced Systems fallen.

Derzeit beläuft sich der Verteidigungshaushalt des Landes auf 5,1 Milliarden Euro, was 1,96 Prozent des BIP und 7,9 Prozent des Staatshaushalts entspricht. Relativ gesehen ist Finnland im Vergleich zu seinen nordischen Nachbarn und vielen anderen europäischen Ländern ein militärisch starkes Land.

Die finnische Artillerie ist mit rund 1.500 verschiedenen Waffen die größte unter den westeuropäischen Ländern, und das Land behauptet, nach der Türkei über die zweitgrößten Bodentruppen in Europa zu verfügen.

Eine starke Landesverteidigung wäre ein Vorteil, wenn Finnland beschließt, die NATO-Mitgliedschaft zu beantragen. Außerhalb der NATO will man die Position des Landes durch ein Netz von Vereinbarungen stärken.

Dem Beispiel Schwedens folgend, ist Finnland bestrebt, die Verteidigungszusammenarbeit mit dem Vereinigten Königreich zu erneuern, so Minister Kaikkonen in dem YLE-Interview.

Die NATO-Beitrittsgesuche Finnlands und Schwedens scheinen jedoch auf Eis gelegt zu sein. Auch die Frage, ob die beiden Länder den Status eines „Major Non-Nato Ally“ (MNNA) anstreben, ist noch nicht geklärt.

Der Status als MNNA, den die USA 17 Ländern, darunter Japan, Australien und Israel, verliehen haben, würde eine verstärkte Sicherheits- und Verteidigungszusammenarbeit ermöglichen.