Finnlands Präsident fordert "professionelle Haltung" in Russland-Beziehungen
Die künftigen Beziehungen zu Russland sollten auf einer "professionellen Haltung" beruhen, sagte Präsident Sauli Niinistö, nachdem er am Sonntag gemeinsam mit Ministerpräsidentin Sanna Marin angekündigt hatte, dass Finnland die Absicht habe, der NATO beizutreten.
Die künftigen Beziehungen zu Russland sollten auf einer „professionellen Haltung“ beruhen, sagte Präsident Sauli Niinistö, nachdem er am Sonntag gemeinsam mit Ministerpräsidentin Sanna Marin angekündigt hatte, dass Finnland die Absicht habe, der NATO beizutreten.
Niinistö beschrieb sein Telefongespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin am Samstag (14. Mai) als „friedlich“. Dazu wies er auf die ungeklärten Fragen zwischen den beiden Ländern hin.
Eine davon ist die Sicherheit des Seeverkehrs im Finnischen Meerbusen, an dem Russland eine Reihe von Ölhäfen besitzt. Jährlich werden rund 200 Millionen Tonnen Öl durch den Finnischen Meerbusen befördert.
„Der Finnische Meerbusen ist sehr schmal und birgt Risiken. Zumindest im Moment fahren viele Öltanker hindurch. Bisher gab es eine gute Zusammenarbeit zwischen Finnland, Russland und Estland im Bereich der Sicherheit und es gab keine Unfälle“, sagte Niinistö.
„Auch in Zukunft muss auf diese Elemente geachtet werden. Ich bezweifle nicht, dass Russland nicht bereit wäre, seinen täglichen Verpflichtungen nachzukommen, wenn die Interessen vieler betroffen sind“, so der finnische Präsident.
Der Präsident ging auch auf die Beziehungen zu Russland und Norwegen ein, das seit 1949 Mitglied der NATO ist. Norwegen gelang es, die von Russland orchestrierte Flüchtlingsströme 2015 und 2016 zu unterbinden, bevor Finnland und die beiden Länder sich über die Grenzstreitigkeiten in der Arktischen See einigen konnten. Eine Leistung, die Niinistö als „erstaunlich“ bezeichnete.
Niinistö fügte hinzu, dass er keine militärischen Reaktionen seitens Russlands gegen Finnland erwarte.
Das finnische Parlament debattiert ab Montag (16. Mai) über den Nato-Beitritt. Es wird erwartet, dass von den 200 Abgeordneten nur etwa zehn gegen den Antrag stimmen werden.
Der NATO-Antrag wird voraussichtlich am Mittwoch (18. Mai) nach Brüssel geschickt, höchstwahrscheinlich zusammen mit dem Schwedens.