Flüchtlingsstreit mit Ungarn - Schäuble gegen "große Keule"

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt im Streit über die Aufnahme von Asylbewerbern harte Sanktionen gegen Ungarn ab.

epa05984104 German Finance Minister Wolfgang Schaeuble attends a plenary session on the Europe in the New World, strategy to thrive during an European Business summit, in Brussels, Belgium, 23 May 2017.  EPA/STEPHANIE LECOCQ
Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble [<a href="http://www.epa.eu" target="_blank" rel="noopener">[Stéphanie Lecocq/EPA]</a>]

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lehnt im Streit über die Aufnahme von Asylbewerbern harte Sanktionen gegen Ungarn ab.

“Es wäre klug, nicht gleich die große Keule zu schwingen”, sagte der CDU-Politiker der “Passauer Neuen Presse” nach einer Vorabmitteilung. Schwierige Diskussionsprozesse mit einigen Ländern sollten gefördert und nicht erschwert werden, sagte Schäuble mit Blick auf Forderungen nach Kürzung von Finanzhilfen für Länder, die sich weigern, die vereinbarte Verteilung von Flüchtlingen umzusetzen.

Der Europäische Gerichtshof hatte Ungarn und die Slowakei verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban erklärte nach dem EuGH-Urteil, sein Land werde dies dennoch nicht tun. Der Richterspruch sei kein Grund “unsere Politik zu ändern, die Flüchtlinge ablehnt”, hatte er im Staatsrundfunk gesagt.