Flughafen Hahn vor Verkauf an russischen Oligarchen
Das Bundeswirtschaftsministerium entscheidet derzeit, ob es die Übernahme des insolventen Flughafens Hahn durch den russischen Investor Viktor Charitonin, der als Kreml-nah gilt, blockieren will.
Charitonin ist der Meistbietende für den Kauf des Regionalflughafens, der Ende 2021 in die Insolvenz geht. Das Ministerium könnte das Geschäft jedoch noch blockieren, wenn es den Flughafen als Teil der kritischen Infrastruktur des Landes einstuft.
Das vom grünen Vizekanzler und Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck geführte Ministerium prüfe derzeit, ob dies der Fall sei, sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Franziska Brantner am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des Parlaments.
Brantner wies zwar darauf hin, dass Charitonin nicht auf der Sanktionsliste der EU stehe, dennoch sei eine Prüfung des Kaufs durch das Ministerium notwendig, da das Unternehmen des Milliardärs außerhalb der EU angesiedelt sei.
Charitonin, der hauptsächlich im Pharmasektor tätig ist, gilt als dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahestehend, und sein Unternehmen gilt als der größte Hersteller des russischen COVID-19 Impfstoffes Sputnik V.
Außerdem ist er bereits Eigentümer des Nürburgrings, eines großen Motorsportkomplexes in Rheinland-Pfalz.
Charitonin ist zwar nicht von der EU sanktioniert, steht aber auf der Liste des US-Finanzministeriums mit führenden russischen Regierungsmitgliedern und Kreml-nahen Oligarchen.
Was den potenziellen Kauf besonders heikel macht, ist die Tatsache, dass der Flughafen Hahn ein ehemaliger Militärflughafen ist, der früher von US-Truppen genutzt wurde. Das bedeutet, dass die Anlagen für den Transport von militärischen Gütern und Personal geeignet sind.
(Julia Dahm | EURACTIV.de)