Fracking: Großbritannien sucht kurzfristige Alternativen für Gasversorgung

Fracking zur Gasgewinnung wird Teil der kurzfristigen Antwort Großbritanniens auf die Energiekrise sein, die durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine ausgelöst wurde, wie die Minister am Donnerstag bekannt gaben.

EURACTIV.com
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Der Minister für Wirtschaft und Energie, Jacob Rees-Mogg, erklärte am Donnerstag (22. September) im Unterhaus, dass das seit 2019 geltende Moratorium für Fracking aufgehoben werden soll. [(EPA-EFE/GERRY PENNY)]

Fracking zur Gasgewinnung wird Teil der kurzfristigen Antwort Großbritanniens auf die Energiekrise sein, die durch den Einmarsch Russlands in der Ukraine ausgelöst wurde, wie die Minister am Donnerstag bekannt gaben.

Der Minister für Wirtschaft und Energie, Jacob Rees-Mogg, teilte dem Unterhaus mit, dass das Moratorium für Fracking, das seit 2019 in Kraft ist, aufgehoben wird. Dies führte zu einer verärgerten Reaktion der Oppositionsparteien und der konservativen Abgeordneten, die Wahlkreise vertreten, in denen Fracking betrieben wird.

Die Konservativen hatten in ihrem Wahlprogramm für 2019 versprochen, das Moratorium nicht aufzuheben.

Rees-Mogg wies darauf hin, dass Gemeinden, in denen Fracking stattfinden wird, finanzielle Anreize erhalten werden. Er fügte hinzu, dass Fracking „nachweislich sicher ist. Die Schreckensgeschichten sind immer wieder widerlegt worden.“

Beamte haben jedoch angedeutet, dass die Minister das normale Planungsverfahren außer Kraft setzen wollen, um den Beginn der Projekte zu beschleunigen.

Es gibt unterschiedliche Schätzungen darüber, wie viel Schiefergas im Vereinigten Königreich vorhanden ist und wie viel technisch gefördert werden kann. Die amerikanische „Energy Information Administration“ schätzte 2013, dass das Vereinigte Königreich in Nord- und Südengland insgesamt 3,8 tcm Schiefergas besitzt, wobei unklar ist, wie viel davon gefördert werden könnte.

Die öffentliche Unterstützung für Fracking hält sich in Grenzen, obwohl Umfragen von YouGov zufolge 29 Prozenz der Briten Fracking befürworten, während es vor einem Jahr noch 17 Prozent waren.

Auch die oppositionelle Labour-Partei erwartet, von der öffentlichen Opposition zu profitieren. So erklärte der energiepolitische Sprecher Ed Miliband, die Partei werde sich „dieses gebrochene Versprechen in jedem Teil des Landes bis zur nächsten Parlamentswahl um den Hals hängen“.