Frankreich hinkt bei der Arzneimittelproduktion hinterher

Frankreich liegt bei der Herstellung von Arzneimitteln hinter Deutschland, Italien und Großbritannien. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report des Verbandes der französischen Pharmaunternehmen (Leem).

EURACTIV.fr
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Leem hat die erste Beobachtungsstelle für den Zugang zu Medikamenten und die Attraktivität Frankreichs für die Pharmaindustrie geschaffen. [Shutterstock/i viewfinder]

Frankreich liegt bei der Herstellung von Arzneimitteln hinter Deutschland, Italien und Großbritannien. Zu diesem Ergebnis kommt ein Report des Verbandes der französischen Pharmaunternehmen (Leem).

Leem hatte kürzlich eine Beobachtungsstelle für den Zugang zu Medikamenten und die Attraktivität des Standorts Frankreich für die Pharmaindustrie eingerichtet. Erstmals veröffentlichte Untersuchungsergebnisse zeigen, dass Frankreich bei der Herstellung neuer Medikamente hinter anderen europäischen Ländern zurückbleibt, insbesondere bei Originalpräparaten, Generika und Biosimilars.

„Deutsche, englische und italienische Patienten erhalten Medikamente mehrere Monate vor den französischen Patienten“, schreibt Leem in dem Bericht.

Von den neuen Medikamenten, für die zwischen 2017 und 2022 eine Zulassung erteilt wurde, wurden nur 48 in Frankreich hergestellt – verglichen mit 122 in Deutschland.

„Die Verfügbarkeit neuer Medikamente ist in Frankreich deutlich geringer als in Deutschland, Italien oder Großbritannien, was teilweise auf … ungünstige wirtschaftliche Bedingungen zurückzuführen ist“, heißt es in dem Bericht.

Ende 2022 waren 34 Prozent der Medikamente, die zwischen 2018 und 2021 auf europäischer Ebene zugelassen wurden, in Frankreich nicht verfügbar.

„Insgesamt exportiert Frankreich immer weniger ausgereifte Medikamente und importiert immer mehr innovative Produkte, welche es nicht in ausreichendem Maße herstellt“, bemängelt der Bericht.

Im Juni 2021 kündigte der französische Präsident Emmanuel Macron die Bereitstellung von 7 Milliarden Euro für das Gesundheitswesen an, um Innovation und Unabhängigkeit zu fördern. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf biomedizinischer Forschung und der Ansiedlung der Gesundheitsindustrie im Land.

Anfang Juni kündigte der Präsident an, dass die Produktion von 50 Medikamenten nach Frankreich verlagert werden soll. Die Hälfte soll bereits in den kommenden Wochen in die Produktion gehen.

Thierry Hulot, Präsident von Leem warnt jedoch, dass ein „Medikamentenausnahmezustand“ ausgerufen werden muss, wenn Frankreich zum europäischen Marktführer in Europa werden soll.