Frankreich weist Antisemitismus-Vorwürfe aus Israel entschieden zurück

Die diplomatischen Spannungen zwischen Paris und Tel Aviv nehmen zu: Israels Premier Benjamin Netanjahu wirft Frankreich vor, mit der geplanten Anerkennung Palästinas Antisemitismus zu schüren – der Élysée reagiert mit scharfer Zurückweisung.

EURACTIV.com
[Photo by Antoine Gyori - Corbis/Corbis via Getty Image]

Die diplomatischen Spannungen zwischen Paris und Tel Aviv nehmen zu: Israels Premier Benjamin Netanjahu wirft Frankreich vor, mit der geplanten Anerkennung Palästinas Antisemitismus zu schüren – der Élysée reagiert mit scharfer Zurückweisung.

Zuvor hatte Netanjahu Macron in einem an die Presse durchgestochenen Brief gewarnt, die französische Haltung könne Angriffe auf Jüdinnen und Juden ermutigen, die seiner Darstellung nach in Frankreich zunähmen.

„Ihr Ruf nach einem palästinensischen Staat gießt Öl in dieses antisemitische Feuer“, schrieb der israelische Regierungschef und sprach von einer Belohnung des Hamas-Terrors.

Der Élysée wies die Darstellung in einer Stellungnahme am Dienstag als „fehlerhaft, abstoßend und inakzeptabel“ zurück. Gewalt gegen jüdische Gemeinden werde „nicht unbeantwortet bleiben“, stehe aber in keinem Zusammenhang mit Frankreichs diplomatischer Linie, hieß es weiter.

„Die Zeit verlangt Ernsthaftigkeit und Verantwortung, nicht Vermischungen und Manipulationen“, erklärte das Präsidialamt. Macron werde Netanjahu schriftlich antworten, kündigte ein Sprecher an.

Frankreich hat signalisiert, sich im September bei den Vereinten Nationen anderen Staaten anschließen zu können, die die Anerkennung Palästinas unterstützen – ein Schritt, den Israel strikt ablehnt.

Die Debatte dürfte zu den schärfsten diplomatischen Auseinandersetzungen seit den Hamas-Angriffen vom Oktober 2023 und dem folgenden Gaza-Krieg gehören, die die westliche Geschlossenheit in der Nahost-Politik auf die Probe gestellt haben.

Im Vorfeld der UN-Generalversammlung kommende Woche wandte sich Netanjahu zudem am Montag in einem weiteren Brief an den australischen Premierminister, nachdem Canberra angekündigt hatte, sich Großbritannien, Frankreich und Kanada bei der Anerkennung eines palästinensischen Staates anzuschließen.

(vib, jl)