Frankreichs starker E-Automarkt: Stellantis mit enormen Verkaufsanstiegen
Der Autogigant Stellantis, der die meisten seiner Mitarbeiter in Frankreich beschäftigt, gab einen Umsatzanstieg von sieben Prozent bekannt. Zum Teil ist dies darauf zurückzuführen, dass die EU, allen voran Frankreich, auf einheimische Elektrofahrzeuge setzt.
Der Autogigant Stellantis, der die meisten seiner Mitarbeiter in Frankreich beschäftigt, gab einen Umsatzanstieg von sieben Prozent bekannt. Zum Teil ist dies darauf zurückzuführen, dass die EU, allen voran Frankreich, auf einheimische Elektrofahrzeuge setzt.
Stellantis, das 2021 aus der Fusion des italienisch-amerikanischen Fiat-Chrysler-Konzerns und des französischen PSA-Konzerns hervorging, meldete am Dienstag (31. Oktober) für das dritte Quartal dieses Jahres eine Absatzsteigerung von elf Prozent und einen Anstieg der Einnahmen um sieben Prozent. Während sich der Umsatz des Konzerns nun auf 45,1 Milliarden Euro beläuft, stieg der Absatz von Elektrofahrzeugen um 37 Prozent, vor allem dank der beliebten Modelle Jeep Avenger, Citroën Ami und Peugeot E-208.
„Wir haben uns in Europa den zweiten [Verfolger]Platz hinter Tesla gesichert“, sagte Finanzchefin Natalie Knight auf der Generalversammlung des Konzerns, bezogen auf die ersten Plätze hinter dem Volkswagen-Konzern.
„Wir tun alles, was wir können, um unsere [Bemühungen] weiter voranzutreiben, während wir gleichzeitig auf die wichtigsten kurzfristigen Herausforderungen des Sektors reagieren und unsere elektrische und technologische Transformation fortsetzen“, sagte Knight.
Bevor sich das Unternehmen mit Hauptsitz in den Niederlanden den Elektroautos zuwandte, gehörte es zu den größten Kritikern der EU-Entscheidung, den Verkauf neuer Fahrzeuge mit Benzin- und Verbrennungsmotoren nach 2035 zu beschränken.
Stellantis-Chef Carlos Tavares wurde auf dem Pariser Autosalon 2022 in Le Monde zitiert, wo er den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor als „dogmatisch“ bezeichnete und ihn als „organisierte Bewegung gegen das Auto“ anprangerte.
Heißester industrieller Wettlauf
Die Ankündigung erfolgte nur einen Tag, nachdem der chinesische Marktführer für Elektroautos BYD einen deutlichen Anstieg des Quartalsgewinns im vergangenen Jahr bekannt gegeben hatte, der im Vergleich zum Vorjahr um 82 Prozent auf 1,42 Milliarden Dollar (1,34 Milliarden Euro) gestiegen ist.
Die Produktion von Elektrofahrzeugen hat sich zu einem der heißesten industriellen Wettrennen entwickelt, bei dem China in den letzten 15 Jahren die Führung übernommen hat und darauf drängt, seine billigeren Fahrzeuge auf dem EU-Markt zu verkaufen. Nachdem chinesische Marken im Jahr 2022 einen Anteil von acht Prozent am EU-Markt für Elektrofahrzeuge erreicht haben, könnten sie diesen Anteil nach Angaben der Europäischen Kommission bis 2025 auf 15 Prozent erhöhen.
Frankreich, die Heimat des Autogiganten Renault und einer beträchtlichen Anzahl von Mitarbeitern bei Stellantis, hat China schon immer genau im Auge behalten. Es führt die Bemühungen der EU an, mehr Elektroautos im eigenen Land zu produzieren.
Letzten Monat stellte der französische Präsident Emmanuel Macron ein neues Leasingprogramm für in der EU hergestellte Elektroautos für 100 Euro pro Monat vor. Wenige Tage zuvor hatte seine Regierung die Einführung neuer Bargeldanreize für Erstkäufer von Elektroautos angekündigt, die jedoch von der Produktion in Frankreich oder der EU abhängig gemacht wurden.
„Ein Auto, das in China mit Kohlestrom hergestellt wird, erhält keine Umweltprämie“, sagte die Ministerin für Energiewende, Agnès Pannier-Runacher, damals.
Nach monatelanger Lobbyarbeit der Franzosen kündigte die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen im September an, dass sie auf EU-Ebene eine neue Antisubventionsuntersuchung zu chinesischen Elektroautos einleiten werde.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]