Frankreichs TotalEnergies beendet Öl- und Gasprojekt in Bulgarien
Der französische Multi-Energiekonzern TotalEnergies zieht sich aus der Öl- und Gaserschließung im potenziellen Khan-Asparuh-Feld in den nordbulgarischen Gewässern des Schwarzen Meeres zurück. Damit überlässt der Konzern seinem rumänischen Projektpartner das Feld.
Der französische Multi-Energiekonzern TotalEnergies zieht sich aus der Öl- und Gaserschließung im potenziellen Khan-Asparuh-Feld in den nordbulgarischen Gewässern des Schwarzen Meeres zurück. Damit überlässt der Konzern seinem rumänischen Projektpartner das Feld.
„Wir bauen unsere Position im Schwarzen Meer weiter aus. Wir haben die Betreiberrolle übernommen und werden die Erschließungsaktivitäten im Umkreis des Khan-Asparuh-Feldes in Bulgarien fortsetzen“, heißt es im Jahresbericht des Projektpartners, der rumänischen OMV Petrom, wie Bulgarian Capital Weekly berichtete.
Die rumänische OMV Petrom, die 43 Prozent der Anteile des Projektes hält, während die restlichen 57 Prozent im Besitz von TotalEnergies sind, verfügt über eine Erschließungsgenehmigung in Bulgarien. Die Untersuchungen des Gasfeldes begannen im Jahr 2012 und sollen bis November 2024 abgeschlossen sein.
Das bulgarische Feld hat eine Fläche von 14.220 Quadratkilometern und grenzt an den rumänischen Rand des Neptune Deep-Feldes an. Dort will die OMV 2027 mit der Gasförderung beginnen.
Die staatliche Bulgarian Energy Holding erhielt Informationen aus früheren Gasbohrungen, die potenzielle Gasvorkommen zwischen 210 und 510 Milliarden Kubikmetern aufzeigen.
Nach Angaben von TotalEnergies gibt es in der nordbulgarischen Wirtschaftszone im Schwarzen Meer zwei aussichtsreiche Gasfelder namens Vinekh und Krum. Aus dem ersten Feld sollen voraussichtlich zwischen 2030 und 2040 fünf Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr gefördert werden, aus dem zweiten zwischen 2031 und 2044 acht Milliarden Kubikmeter.
Das ist weit mehr als der jährliche Gasverbrauch der bulgarischen Wirtschaft, der bei drei Milliarden Kubikmetern pro Jahr liegt.
Nach 2044 soll die Fördermenge bis 2050 auf drei beziehungsweise vier Milliarden Kubikmeter bei den beiden Feldern sinken.
Die erforderlichen Investitionen für eine Gasbohrung belaufen sich auf 80 bis 100 Millionen US-Dollar. Bei Nachweis einer kommerziellen Entdeckung belaufen sich die erforderlichen Investitionen für die Erschließung des Feldes auf vier bis acht Milliarden Euro.
[Bearbeitet von Kjeld Neubert]