Gazprom will Nabucco-Konsortium sprengen

Der russische Gaskonzern Gazprom will offenbar die von mehreren europäischen Energiekonzernen initiierte Nabucco-Pipeline verhindern. Gazprom hat den Essener RWE-Konzern einem Zeitungsbericht zufolge eingeladen, sich am Konkurrenzprojekt South Stream zu beteiligen.

Fünf Staaten und die EU machten mit einer Regierungsvereinbarung im Juli 2009 den Weg für den Bau der strategisch wichtigen Gaspipeline Nabucco frei. Im Ringen um die Macht über Europas Gasversorgung will der russische Energieriese Gazprom nun den RWE-Kon
Fünf Staaten und die EU machten mit einer Regierungsvereinbarung im Juli 2009 den Weg für den Bau der strategisch wichtigen Gaspipeline Nabucco frei. Im Ringen um die Macht über Europas Gasversorgung will der russische Energieriese Gazprom nun den RWE-Kon

Der russische Gaskonzern Gazprom will offenbar die von mehreren europäischen Energiekonzernen initiierte Nabucco-Pipeline verhindern. Gazprom hat den Essener RWE-Konzern einem Zeitungsbericht zufolge eingeladen, sich am Konkurrenzprojekt South Stream zu beteiligen.

Der russische Gaskonzern Gazprom will einem Zeitungsbericht zufolge die von mehreren europäischen Energiekonzernen initiierte Nabucco-Pipeline verhindern.

Gazprom-Vizechef Alexander Medwedjew habe den Essener RWE-Konzern eingeladen, sich am Nabucco-Konkurrenzprojekt South Stream zu beteiligen, berichtet das "Handelsblatt" (Montagsausgabe) unter Berufung auf Verhandlungskreise.

South Stream ist ein Projekt, das im Wesentlichen von Gazprom und dem italienischen Energiekonzern ENI vorangetrieben wird.

Würde es Gazprom gelingen, RWE aus dem Nabucco-Konsortium herauszubrechen, wäre das Projekt kaum mehr zu halten, berichtet das Blatt weiter. Gazprom nutze damit gezielt die momentane Schwäche des Nabucco-Konsortiums.

Nabucco soll Gas aus Ländern wie Turkmenistan und Aserbaidschan nach Westeuropa bringen. Die Verhandlungen mit den potenziellen Lieferländern gestalten sich jedoch schwierig.

Trotz jahrelanger Bemühungen kann das Nabucco-Konsortium keine belastbaren Lieferzusagen für die Pipeline vorweisen. Solange dies nicht der Fall ist, kann der Bau der 3300 Kilometer langen Pipeline, die von der türkischen Ostgrenze bis nach Österreich führen soll, nicht beginnen. Nabucco soll nach der derzeit noch gültigen Planung spätestens 2015 das erste Gas nach Westeuropa liefern.

Die Pipeline, deren Bau von der EU begrüßt wird, würde die Abhängigkeit von russischem Gas verringern: Ein Viertel des in Europa verbrauchten Erdgases kommt aus Russland, in Deutschland liegt der Wert sogar bei 37 Prozent.

Gazprom dagegen zielt mit dem South-Stream-Projekt darauf ab, den Einfluss der Pipeline-Transitländer Weißrussland und Ukraine zu reduzieren. Mit beiden Ländern hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Streitigkeiten gegeben, die zu empfindlichen Störungen der Gaslieferungen führten. Die Leitungsführung von South Stream umgeht die beiden Länder.

rtr