"Green Border": Flüchtlingsfilm erzürnt Polens Rechte

Der Film "Green Border" der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland - der von der Flüchtlingskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze inspiriert wurde - feierte bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere. Er wurde bisher von der polnischen Rechten boykottiert, die den Film als antipolnisch betrachtet.

EURACTIV.pl
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Die polnische Regisseurin Agnieszka Holland wurde von polnischen Politikern und Gegnern des Films scharf beschimpft und steht derzeit unter Rund-um-die-Uhr-Schutz. [EPA-EFE/ETTORE FERRARI]

Der Film „Green Border“ der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland – der von der Flüchtlingskrise an der polnisch-weißrussischen Grenze inspiriert wurde – feierte bei den diesjährigen Filmfestspielen von Venedig Premiere. Die Regierung ist erzürnt.

Das Drama wurde von der internationalen Filmkritik gelobt und erhielt den Preis der Jury bei den Filmfestspielen von Venedig.

In Polen wurde der Film jedoch ganz anders aufgenommen.

Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bezeichnete den Film als „Schändung der polnischen Uniform.“ Er bezog sich dabei auf die Tatsache, dass der polnische Grenzschutz in dem Film negativ dargestellt wird.

Rechte Politiker machten keinen Hehl daraus, dass sie ihn in vielen Fällen nicht gesehen hatten.

Unter anderem äußerte sich auch der euroskeptische Justizminister und Generalstaatsanwalt Polens Zbigniew Ziobro negativ über den Film und seine Macher. Er brachte die Produktion des Films mit dem Anführer der polnischen liberalen Opposition, Donald Tusk, in Verbindung.

Auch der Grenzschutz selbst äußerte sich negativ über den Film und erklärte: „Nur Schweine gehen ins Kino.“

Dabei handelt es sich um einen Slogan der polnischen Heimatarmee aus der Zeit der deutschen Besatzung während des Zweiten Weltkriegs, der gegen Kinobesucher von deutschen Propagandaproduktionen verwendet wurde.

Der polnische Staatspräsident Andrzej Duda unterstützte die Verwendung dieses Slogans gegenüber den Zuschauern von „Green Border“ mit den Worten: „Ich bin nicht überrascht, dass die Grenzschutzbeamten, die den Film gesehen haben, diesen Slogan verwendet haben.“

Holland wurde von polnischen Politikern und Gegnern des Films scharf beschimpft und steht derzeit unter Rund-um-die-Uhr-Schutz.

Auf Filmweb, Polens größter Online-Filmdatenbank, hat „Green Border“ eine außergewöhnlich niedrige Publikumsbewertung von 2,7, obwohl die Kritiker 7,6 Punkte vergaben.

Politische Kommentatoren meinen, dass die PiS Hollands Produktion nutzt, um den „Visa-Skandal“ zu vertuschen, bei dem das polnische Außenministerium gegen Geld Visa an Migranten aus Afrika und dem Nahen Osten ausgestellt haben soll.

Seit dem Ausbruch der Flüchtlingskrise an der polnisch-belarussischen Grenze im Jahr 2021 wurden mindestens 217 Menschen im Grenzwald zwischen den beiden Ländern getötet.