Griechenland: Neuer Kandidat für Parteispitze der Syriza
Ein 35-jähriger Selfmade-Geschäftsmann sorgt für Aufruhr in der größten griechischen Oppositionspartei Syriza, da er am Dienstag offiziell seine Kandidatur für den Parteivorsitz nach dem Rücktritt des ehemaligen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras bekannt geben soll.
Ein 35-jähriger griechischstämmiger Geschäftsmann aus den USA kündigte unerwartet seine offizielle Kandidatur für den Parteivorsitz der größten griechischen Oppositionspartei, Syriza, an. Der ehemalige Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte zuvor seinen Rücktritt bekannt gegeben.
Der Name des griechischen Staatsbürgers Stefanos Kasselakis, der in Miami (USA) wohnt, tauchte am Wochenende in den sozialen Medien auf.
Mit seinem umfangreichen akademischen Lebenslauf und einer erfolgreichen Karriere in der Schifffahrtsbranche gilt Kasselakis als Selfmade-Geschäftsmann, der mit vier weiteren Kandidaten ins Rennen um die Nachfolge von Tsipras an der Spitze der größten griechischen Opposition gehen will.
Kasselakis arbeitete auch als Freiwilliger im Stab des damaligen Senators Joe Biden bei den Präsidentschaftswahlen 2008.
Die internen Wahlen finden im September statt. Die Ankündigung seiner Kandidatur hat die griechische Linke bereits Aufruhr versetzt, da sie unerwartet kommt.
Im vergangenen Juli erlitt Syriza eine schockierende Wahlniederlage gegen die konservative Partei Neue Demokratie (EVP), die zum Rücktritt von Tsipras führte.
Um den Bedarf an „neuen Gesichtern“ zu decken, stellte Tsipras Kasselakis auf die Wahlliste der im Ausland lebenden Kandidaten.
Vor Kasselakis schätzten Kritiker, dass der frühere Minister Efi Achtsioglou die internen Wahlen wahrscheinlich gewinnen würde, aber jetzt deuten Analysten darauf hin, dass sich das Gleichgewicht deutlich ändern könnte.
Tsipras hat erklärt, er werde niemanden unterstützen und sich aus den internen Wahlen heraushalten. In Athen mehren sich jedoch Gerüchte, dass er die Kandidatur von Kasselakis positiv sieht.
Das liberale Profil von Kasselakis ist der Regierungspartei Neue Demokratie nicht verborgen geblieben. Premierminister Kyriakos Mitsotakis wollte eigentlich den liberalen Raum in der politischen Landschaft Griechenlands für sich beanspruchen.