Grönlands Netzanbieter liebäugelt mit Musks Starlink
Inmitten angespannter transatlantischer Beziehungen verhandelt Grönlands einziger Netzanbieter Tusass über eine Kooperation mit Elon Musks Starlink. Ziel sei es, einige der entlegensten Orte der riesigen Insel besser zu vernetzen, berichtet das dänische Medium TV2.
Inmitten angespannter transatlantischer Beziehungen verhandelt Grönlands einziger Netzanbieter Tusass über eine Kooperation mit Elon Musks Starlink. Ziel sei es, einige der entlegensten Orte der riesigen Insel besser zu vernetzen, berichtet das dänische Medium TV2.
Während Europa zunehmend seine Abhängigkeit von US-amerikanischen Waren und Dienstleistungen hinterfragt, sucht Tusass, das auf der Insel mit ihren rund 56.000 Einwohnern das Monopol auf Telekommunikation innehat, nach neuen Partnern in den USA.
Bislang ist das Land auf zwei Unterseekabel aus Island und Kanada angewiesen.
Doch die digitale Infrastruktur Grönlands steht verstärkt im Fokus, nachdem Angriffe auf europäische Datenkabel in den vergangenen Monaten zugenommen haben.
„Ich sehe einige klare Vorteile von Starlink, aber es gibt natürlich auch Herausforderungen“, sagte Tusass-CEO Toke Binzer im Gespräch mit TV2.
Starlink bietet Internet- und Telefondienste über eine globale Satellitenverbindung an und könnte damit eine Lösung für die lückenhafte Netzabdeckung in den abgelegenen Regionen Grönlands sein.
Auch in geopolitischer Hinsicht sorgt das Satelliteninternet für Diskussionen. Starlink wird unter anderem von Polen dafür bezahlt, der ukrainischen Armee Zugang zum Netz bereitzustellen – nun bereits im vierten Jahr des Krieges gegen Russland. Wie die Nachrichtenagentur Reuters zuletzt berichtete, könnten US-Behörden den Zugang zu diesem Dienst als Verhandlungsmasse in Gesprächen über eine Friedenslösung in der Ukraine nutzen.
Musk, ein enger Vertrauter von US-Präsident Donald Trump, wies diese Spekulationen zurück.
Eine engere Anbindung Grönlands an die USA ist politisch besonders heikel, nachdem Trump erneut Gebietsansprüche auf die autonome Insel erhoben hat. Bereits 2019 hatte er den Kauf Grönlands ins Gespräch gebracht, im Januar ließ er offen, ob er notfalls militärische Mittel zur Durchsetzung dieser Forderung nutzen würde.
Sowohl die dänische als auch die grönländische Regierung haben jedoch mehrfach klargestellt, dass die Insel nicht zum Verkauf steht.
Politisch befindet sich Grönland an einem Wendepunkt: Anfang des Monats kündigte Premierminister Múte B. Egede Neuwahlen für den 11. März an. Der Wahlkampf wird dominiert von Debatten über die Unabhängigkeit des Landes und die künftigen Beziehungen zu Dänemark.
[DE/KN]