Großbritannien plant Verdopplung der Fluggebühren für 2007 [DE]
Das Wachstum der Billigflieger ist vor allem auf Kurzstreckenflüge zurückzuführen. Doch gemäß dem "Verursacherprinzip" drohen ihnen in Großbritannien nun höhere Fluggebühren für eben diese Strecken.
Das Wachstum der Billigflieger ist vor allem auf Kurzstreckenflüge zurückzuführen. Doch gemäß dem „Verursacherprinzip“ drohen ihnen in Großbritannien nun höhere Fluggebühren für eben diese Strecken.
Ein am 6. Dezember 2006 bekannt gewordener Haushaltsvorbericht des britischen Finanzministers Gordon Brown schlägt ab Februar 2007 eine Verdoppelung der Gebühren für Kurzstreckenflüge von 5 auf 10 britische Pfund vor. Auch Langstreckenflüge sind von den Umweltambitionen der Labour-Regierung betroffen, indem die Gebühren für Economy-Flüge auf 40 Pfund und in der ersten Klasse auf 80 Pfund verdoppelt werden sollen.
Die Befürworter des Planes gehen davon aus, dass die Gebührenerhöhung für die Verbraucher, egal ob es sich um Touristen oder Geschäftsleute handelt, kaum spürbar sein wird. Die Preiserhöhung um fünf Pfund werde keinen Einfluss auf die Kurzstreckenflüge haben und auch die Preiserhöhung für Langstreckenflüge würde von den Verbrauchern unbemerkt verlaufen, sagte der Berater von Fluggesellschaften, Chris Tarry, in einem Interview mit The Guardian.
Die Flugindustrie, die seit langem die Ansicht vertritt, dass Gebührenerhöhungen das am wenigsten geeignete Instrument zur Reduzierung der Luftverschmutzung sind, reagierte hingegen empört. Ein Pressesprecher der British Airways sagte, höhere Gebühren von hart arbeitenden Familien und britischen Unternehmern zu verlangen, sei die falsche Methode, um gegen den Klimawandel vorzugehen.
Auf europäischer Ebene bereitet die Kommission derzeit einen für den 20. Dezember 2006 erwarteten Vorschlag vor, der darauf abzielt, die Fluggesellschaften in das europäische Emissionshandelssystem für CO2 (EU-ETS) einzubeziehen.
Die Fluggesellschaften ziehen die Teilnahme am EU-ETS den Gebührenerhöhungen klar vor. Ein gut durchdachtes Emissionshandelssystem sei zur Erreichung von Umweltzielen viel kosteneffizienter und umweltfreundlicher als Steuern und Gebühren, äußerte eine Allianz von Fluggesellschaftsvereinigungen, der auch regionale und Frachtgesellschaften angehören.
Der erwartete Kommissionsvorschlag sorgt jedoch auch für Besorgnis. Der Vorstandschef der British Airways, Martin Broughton, forderte die Kommissare auf, den aktuellen Plan, das Emissionshandelssystem auf alle Flüge nach und von Europa anzuwenden, fallen zu lassen. Broughton sprach sich stattdessen für einen einfacheren Ansatz aus, der nur innereuropäische Flüge betreffen solle.
Broughton sagte, der Vorschlag der Kommission sei zu ambitioniert und deswegen letztlich selbstschädigend.
Die amerikanischen Behörden haben bereits erkennen lassen, dass sie gegen den Einbezug amerikanischer Fluglinien in das System sind, was die Grundlage neue transatlantische Divergenzen bilden könnte.