Gül kurz vor Wahl zum Präsidenten [DE]
Der türkische Außenminister Abdullah Gül wird heute, am 28. August 2007, vermutlich vom Parlament zum Präsidenten gewählt werden. Die Aussichten des gemäßigt islamistischen Politikers, den angesehenen Postens zu übernehmen, hatten das Land im April 2007 in eine tiefe politische Krise gestürzt. Die Armee hat im Vorfeld der heutigen Wahlen eine weitere Warnung ausgesprochen.
Der türkische Außenminister Abdullah Gül wird heute, am 28. August 2007, vermutlich vom Parlament zum Präsidenten gewählt werden. Die Aussichten des gemäßigt islamistischen Politikers, den angesehenen Postens zu übernehmen, hatten das Land im April 2007 in eine tiefe politische Krise gestürzt. Die Armee hat im Vorfeld der heutigen Wahlen eine weitere Warnung ausgesprochen.
Gül wird vermutlich heute, am 28. August 2007, in einer dritten Wahlrunde im Parlament die Präsidentschaftswahl gewinnen. Seine Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) hat 340 Sitze in der 550 Sitze umfassenden Nationalversammlung inne. Gül wird wahrscheinlich die notwendige einfache Mehrheit ohne Probleme erreichen. Zuvor hatte er die Zweidrittelmehrheit in den ersten beiden Wahlgängen verpasst.
Seine Kandidatur und die Aussicht auf eine gemäßigt islamistische Partei an der Spitze sowohl von Parlament als auch im Präsidentenamt hatte das Land im April 2007 in eine tiefe politische Krise gestürzt. Damals wurde die erste Wahlrunde von der Opposition boykottiert und Millionen von Demonstranten gingen auf die Straße, um die säkularen Prinzipien des Landes zu verteidigen.
Die Krise hatte außerdem zu vorgezogenen Parlamentswahlen im Juli 2007 geführt, welche die amtierende AKP stärkten. Säkulare Kräfte in der Türkei, das Militär und die wichtigste Gruppierung der Opposition, die Republikanische Volkspartei (CHP), werfen der herrschenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) eine Untergrabung der säkularen Grundlagen des Landes vor.
Die türkische Armee drohte, am Vortag der Wahlen, dem heutigen Dienstag, einzuschreiten. Der Chef des Generalstabs, Yasar Büyükanit, sagte, das türkische Militär werde niemals von seiner festgelegten Haltung und Pflicht abweichen, die demokratische und säkulare Türkische Republik zu schützen und zu überwachen. Die türkische Nation sei ‚Zeuge böser Kräfte‘ geworden, die systematisch versuchten, das säkulare Wesen der Türkischen Republik zu zersetzen.
Gül sicherte jedoch zu, die säkularen Werte des Landes aufrecht zu halten und der EU-Mitgliedschaft der Türkei einen neuen Antrieb zu verleihen. Er sagte, er werde der Präsident eines Jeden sein und die Prinzipien der säkularen Republik respektieren.