Handel zwischen geteilten Hälften Zyperns verdoppelt sich
Der Handel zwischen der selbsternannten Türkischen Republik und der Republik Zypern hat nach Angaben der türkisch-zyprischen Presse den höchsten Stand seit 18 Jahren erreicht und beläuft sich auf 12 Millionen Euro.
Der Handel zwischen der selbsternannten Türkischen Republik und der Republik Zypern hat nach Angaben der türkisch-zyprischen Presse den höchsten Stand seit 18 Jahren erreicht und beläuft sich auf 12 Millionen Euro.
Die Insel Zypern ist seit 1974 geteilt und wird oft als eingefrorener Konflikt innerhalb der EU bezeichnet. Damals besetzten türkische Streitkräfte den Nordteil der Insel als Reaktion auf einen Militärputsch, der von der damals in Griechenland regierenden Junta unterstützt wurde. Das nördliche Drittel ist die selbsterklärte Türkische Republik Nordzypern (TRNC), die von ethnischen Türken bewohnt wird und international nur von Ankara anerkannt wird.
Die Republik Zypern, die seit 2004 Mitglied der EU ist, kontrolliert den südlichen Teil der Insel. Offiziell ist das gesamte Gebiet Zyperns EU-Gebiet.
Nach Angaben der türkisch-zyprischen Handelskammer beliefen sich die Verkäufe aus den besetzten in die freien Gebiete im vergangenen Jahr auf 6,1 Millionen Euro, während sie allein in der ersten Hälfte dieses Jahres bereits 6 Millionen Euro erreicht haben.
Der Anstieg des Handelsvolumens scheint jedoch zum größten Teil auf Kraftstoffe zurückzuführen zu sein. Die Pancyprian Association of Liquid Fuel Retailers, ein Handelsverband für Treibstoff, hat eine Klage gegen die Republik Zypern angestrengt.
Der Verband strebt eine Entschädigung für entgangene Einnahmen an, die durch die Lieferung von Kraftstoff an Einwohner der Republik Zypern durch Tankstellen in den besetzten Gebieten entstanden sind. Außerdem will er die Europäische Kommission über die Missachtung der Verordnung über die Grüne Linie durch das EU-Mitglied informieren, die den Waren, Dienstleistungs- und Personenverkehr zwischen den beiden zypriotischen Republiken regelt.
Sie weisen darauf hin, dass die Tankstellenbesitzer zu dynamischen Mobilisierungen übergehen werden, deren Form sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nennen wollen, falls der Staat nicht innerhalb kurzer Zeit reagiert, bzw. Maßnahmen ergreift, um die Lieferung von Treibstoff aus den besetzten Gebieten zu stoppen.
Trotz zunehmender wirtschaftlicher Beziehungen sagte der Führer der türkisch-zypriotischen Gemeinschaft, Ersin Tatar, in New York, dass es kaum eine gemeinsame Basis zwischen den Parteien für Verhandlungen über das Zypernproblem gebe.
Tatar sagte bei seinem Treffen mit UN-Generalsekretär António Guterres am Samstag, dass es keine föderale Struktur auf der Insel mehr geben könne. Alle Verhandlungsprozesse seien erschöpft und die Verhandlungen über eine gleichberechtigte Zweistaatenlösung müssten fortgesetzt werden. Der türkisch-zyprische Staatschef wies darauf hin, dass diese Frage im UN-Sicherheitsrat zur Sprache gebracht werden sollte.