Heftige Kritik für Schulz von CDU und CSU Spitzen

Die Spitzen von CDU und CSU empören sich über den Angriff des SPD-Vorsitzenden Martin Schulz auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union.

epa06049317 Martin Schulz, chairman of the Social Democratic Party (SPD) and candidate for chancellor, delivers a speech during the extraordinary federal party conference of the  SPD at the Westfalenhalle in Dortmund, Germany, 25 June 2017. The SPD holds their extraordinary federal party convention to elect the party board and adopt the party’s manifesto for the general elections in Germany which are scheduled for 24 September 2017.  EPA/SASCHA STEINBACH
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz [EPA/SASCHA STEINBACH]

Die Spitzen von CDU und CSU empören sich über den Angriff des SPD-Vorsitzenden Martin Schulz auf Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Union.

„Er scheint zu einem relativ frühen Zeitpunkt des Wahlkampfes die Nerven verloren zu haben“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer am Montag vor einer Sitzung des Parteivorstands in München. CDU-Parteivize Julia Klöckner warf Schulz vor, ein Vokabular zu benutzen, das man sich bisher für Terroristen vorbehalten habe.

Der SPD-Kanzlerkandidat hatte der Union und der CDU-Vorsitzenden auf dem Bundesparteitag am Sonntag vorgeworfen, bewusst auf eine geringere Teilnahme an der Wahl hinzuarbeiten und inhaltlichen Debatte aus dem Weg zu gehen. „Ich nenne das einen Anschlag auf die Demokratie“, hatte Schulz gesagt.

„Diese Wortwahl haben wir bei Terroristen bisher benutzt“, sagte Klöckner am Montag vor der CDU-Bundesvorstandssitzung in Berlin. Sie wisse nicht, ob dies „Verzweiflung“ sei oder der Blick des SPD-Vorsitzenden „getrübt“ sei. CDU-Vize Armin Laschet sprach von einem „Ausrutscher“ des SPD-Kanzlerkandidaten. Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) sagte, Schulz habe sich „vergaloppiert“. CSU-Chef Seehofer sagte: „Das ist kein gutes Zeichen für einen Kanzlerkandidaten. Eigentlich unwürdig.“

Kritik kam auch von FDP-Chef Christian Lindner. „Wenn man so scharfes Vokabular wie Herr Schulz verwendet, dann zweifellos besteht die Gefahr einer Verharmlosung der echten Feinde der Demokratie“, sagte der Liberale der „Heilbronner Stimme“ (Dienstagausgabe). Dagegen verteidigt SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann den Kanzlerkandidaten. Merkel wolle die Wähler einschläfern, das finde er nicht richtig, sagte Oppermann in der ARD. „Wahlkampf ist nicht das Hin- und Herwerfen von Wattebäuschchen.“