Helsinki: Gaspipeline durch "Fremdeinwirkung" beschädigt
Wie die finnische Regierung am Dienstag (10. Oktober) mitteilte, wurden eine Unterwasser-Gaspipeline und ein Telekommunikationskabel, die Finnland und Estland verbinden, beschädigt und der Ort des Ausfalls identifiziert.
Wie die finnische Regierung mitteilte, wurden eine Unterwasser-Gaspipeline und ein Telekommunikationskabel, die Finnland und Estland verbinden, beschädigt. Der Ort des Ausfalls wurde bereits identifiziert und man gehe von einer Fremdeinwirkung aus.
„Es ist wahrscheinlich, dass die Schäden an der Gaspipeline und dem Kommunikationskabel auf Aktivitäten von außen zurückzuführen sind“, sagte Präsident Sauli Niinisto in einer Erklärung am Dienstag (10. Oktober).
„Ich habe heute mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gesprochen. Die NATO ist bereit, bei den Ermittlungen zu helfen“, sagte Niinisto.
Spoke with President Sauli @niinisto on damage to undersea infrastructure between #Estonia & #Finland. #NATO is sharing information & stands ready to support Allies concerned. @TPKanslia @EstonianGovt
— Jens Stoltenberg (@jensstoltenberg) October 10, 2023
Finnland wurde am 4. April 2023 Mitglied der NATO. Das Land hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland, womit sich die bereits bestehende Grenze der NATO zu Russland mehr als verdoppelt.
Die Balticconnector-Gaspipeline wurde am frühen Sonntagmorgen geschlossen, weil man befürchtete, dass aus einem Loch in der 77 Kilometer langen Leitung Gas austritt. Der finnische Betreiber Gasgrid erklärte, die Reparatur könne Monate oder länger dauern.
„Der Druckabfall in der Pipeline war ziemlich schnell, was darauf hindeutet, dass es sich nicht um einen kleinen Bruch handelt. Aber die Ursache bleibt unklar“, hieß es gegenüber Reuters aus Insiderkreisen.
Die Pipeline zwischen Inkoo in Finnland und Paldiski in Estland durchquert den Finnischen Meerbusen, einen Arm der Ostsee, der sich nach Osten in russische Gewässer erstreckt und im Hafen von St. Petersburg endet.
Die Pipeline, die den Gasbedarf in der Region deckt, wurde 2020 in Betrieb genommen, nachdem sie als vorrangiges Projekt im Rahmen der transeuropäischen Energienetze (TEN-E) eingestuft und von der EU finanziert worden war. Ihre Bedeutung wuchs, nachdem Russland seine Gaslieferungen nach Finnland eingestellt hatte.
Laut der Boulevardzeitung Iltalehti verdächtigen die Regierung und die finnischen Verteidigungsstreitkräfte Russland, die Pipeline angegriffen zu haben.
The #Balticconnector gas pipeline between Finland & Estonia was closed on Sun due to a leak. Sources now indicate possible sabotage. Russian survey vessel Sibiryakov was observed conducting “underwater activities” in the area in Jun, Aug & Sept. 🇫🇮 gov press conference this pm👇 https://t.co/jCc7PKUATk pic.twitter.com/b8HpMIT5ET
— Jessica Berlin (@berlin_bridge) October 10, 2023