Hilfen für europäische Luftfahrt
Die Entwicklung in der europäischen Luftfahrt wird weiter kräftig subventioniert. Die schwedische Volvo Aero bekommt einen Staats-Vorschuss von 33 Millionen Euro, die britische Bombardier-Tochter 107,2 Millionen Euro und die französische Safran Group bekommt einen 300 Millionen Euro Kredit der EIB. Neuer Auftrag für Airbus in Sicht.
Die Entwicklung in der europäischen Luftfahrt wird weiter kräftig subventioniert. Die schwedische Volvo Aero bekommt einen Staats-Vorschuss von 33 Millionen Euro, die britische Bombardier-Tochter 107,2 Millionen Euro und die französische Safran Group bekommt einen 300 Millionen Euro Kredit der EIB. Neuer Auftrag für Airbus in Sicht.
Entwicklung neuer Triebwerke
Schweden darf der Volvo Aero Corporation für die Entwicklung von gewichtssparenden Triebwerkskomponenten einen rückzahlbaren Vorschuss von rund 33 Millionen Euro gewähren. Das teilte die Kommission am 18. Juni 2009 mit.
Volvo Aero hatte bereits 2004 mit der amerikanischen General Electric eine Risikoteilung bei der Entwicklung von Komponenten des GEnx-Triebwerks mit gewichtssparenden Technologien vereinbart. General Electric entwickelt das Triebwerk mit mehreren Partnern für verschiedene Boeing-Modelle. Die schwedische Regierung will das Projekt unterstützen, um die Risiken eines solchen Projekts – das, wenn überhaupt, erst nach geraumer Zeit Gewinn verspricht – zu mindern.
Volvo Aero hatte eine kurzfristige Finanzierung von Volvo Group erhalten, um mit dem Vorhaben ohne staatliche Unterstützung beginnen zu können. Während des Prüfverfahrens senkte Schweden den geplanten Beihilfebetrag von 39 Millionen auf 33 Millionen Euro.
EIB vergibt Kredit
Die Europäische Investitionsbank (EIB) fördert mit einem Kredit über 300 Millionen an die französische Safran Group die Entwicklung eines umweltfreundlichen Flugzeugtriebwerks. Der EIB-Vizepräsident Philippe de Fontaine Vive und der Safran-Chef Jean-Paul Herteman unterzeichneten heute auf der Pariser Luftfahrtmesse eine entsprechende Vereinbarung. Die Gesamtkosten für das Forschungs- und Entwicklungsprojekt belaufen sich auf 600 Millionen Euro.
Der EIB-Kredit wird genutzt, um die Forschung und Entwicklung von Triebwerken zu finanzieren, die weniger Kerosin verbrauchen und somit umweltfreundlicher sind. Die Safran-Tochter Snecma entwicklet derzeit einen Nachfolger der CFM56-Triebwerke, die gemeinsam mit der amerikanischen General Electric produziert werden. Die Triebwerke sollen in Flugzeugen mit 110 bis 210 Sitze eingesetzt werden, die dann 16 Prozent weniger Kerosin verbrauchen. Außerdem soll der Fluglärm um 15 bis 20 Dezibel reduziert werden und die Stickoxidemissionen sollen damit um 60 Prozent reduziert werden.
Die EIB hatte im Dezember 2008 ein Programm (ECTF) aufgelegt, um umweltfreundliche Verkehrstechnologie zu fördern. Es ist nun das erste Mal das ein Kredit nach diesem Programm vergeben wird. Das ECTF-Programm hat ein Volumen von vier Milliarden Euro jährlich. Damit sollen Investitionen im Automobilsektor (Automobilhersteller/Zulieferer), im Eisenbahnsektor, in der Flugzeugindustrie und in der Schifffahrtsbranche unterstützt werden, deren Ziel die Forschung, Entwicklung und Innovation auf den Gebieten Emissionsminderung und Energieeffizienz im europäischen Verkehrssektor ist.
Entwicklung neuer Tragflächen
Großbritannien darf laut Kommissionsentscheidung die Entwicklung von umweltfreundlichen Technologien für Tragflächen des neuen CSeries-Flugzeugmodells von Bombardier mit einem rückzahlbaren Liquiditätsvorschuss von 107,2 Millionen Euro fördern.
Das Staatsgeld fließt an Short Brothers PLC, Tochter von Bombardier. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes betonte, dass das Projekt in Nordirland durchgeführt wird, "einem Fördergebiet, wo angesichts des Umfangs des Marktversagens deutlich wird, dass die positiven Auswirkungen der Beihilfe besonders groß sind".
Mit dem CSeries-Projekt will Bombardier Aerospace eine neue Modellreihe für Verkehrsflugzeuge entwickeln. Die neuen Komposittragflächen sind eine wesentliche Komponente dieses neuen Flugzeugmodells und erfordern die Entwicklung neuer Spitzentechnologien.
Ziel des CSeries-Programms ist es, ein Flugzeug mit um 20 Prozent reduzierten Kohlenstoffemissionen und um 50 Prozent reduzierten Stickoxidemissionen zu entwickeln, den Fluglärm um 75 Prozent erheblich zu verringern und beträchtliche Energieeinsparungen zu erzielen.
Neuer Auftrag für Airbus
Derweil kommt Airbus einem neuen Auftrag näher. Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air will dem europäischen Flugzeugbauer Airbus 50 Maschinen vom Typ A320 abkaufen. Wizz Air und Airbus haben eine entsprechende Grundsatzvereinbarung über den Kauf der Flugzeuge geschlossen, teilte Airbus am 18. Juni 2009 bei der Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris mit.
Nach Katalogpreis hat die Vereinbarung einen Wert von 3,8 Milliarden Dollar, sagte Airbus-Marketingchef John Leahy. Er rechnet damit, dass aus der Vereinbarung "sehr bald" ein fester Auftrag werde.
mka