Hohe Energiepreise: Industrieemissionen der Slowakei sinken um 20%
Die Emissionen der slowakischen Fabriken sind im Jahr 2022 um ganze 20 Prozent gesunken, was größtenteils auf die hohen Energiepreise nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine zurückzuführen ist.
Die Emissionen der slowakischen Fabriken sind im Jahr 2022 um ganze 20 Prozent gesunken, was größtenteils auf die hohen Energiepreise nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine zurückzuführen ist.
Die stärksten Rückgänge bei den slowakischen Emissionen gab es in Zeiten wirtschaftlicher Probleme.
Im Rezessionsjahr 2009 sanken sie um 8,7 Prozent und nach der Pandemie im Jahr 2020 um 6,9 Prozent. Dies gilt auch für den Rückgang im Jahr 2022. Der Rückgang der Fabrikemissionen um 20 Prozent ist größtenteils auf die hohen Energiepreise nach dem Einmarsch Russlands in der Ukraine zurückzuführen.
„Der Rückgang im letzten Jahr ist noch kein Grund zur Freude, denn er ist hauptsächlich auf den Rückgang der Wirtschaft zurückzuführen“, kommentierte Janka Szemesová, Leiterin der Abteilung für Emissionen und Biokraftstoffe am Slowakischen Hydrometeorologischen Institut.
Die Expertin fügte hinzu, dass einige der Rückgänge dauerhaft sein könnten, da die Unternehmen ihre Produktion um Energieeffizienz- und Energiesparmaßnahmen erweitern und einige auch auf eigene erneuerbare Energiequellen umstellen.
Dies sind gute Nachrichten für die Bemühungen der Slowakei, denn so kann das Land die EU-Klimaziele erfüllen. Nach den neuen nationalen Zielen soll das Land seine Emissionen im Vergleich zu 2005 um 22,7 Prozent senken.
Da der Grund für den Rückgang jedoch wirtschaftlicher Natur ist, könnten die Veränderungen nicht von Dauer sein. Nach dem Pandemiejahr stiegen die Emissionen bis 2021 wieder um ganze 10 Prozent an.
Die Treibhausgasemissionen haben derweil nur in einem Bereich zugenommen: im Verkehr, insbesondere bei den Personenkraftwagen. Trotz der hohen Kraftstoffpreise stiegen die Emissionen um 3 Prozent.
Die Slowakei hat zwar für das Verbot neuer Verbrennungsmotoren ab 2035 gestimmt. Inzwischen ist die Slowakei nun Teil der von Tschechien angeführten Allianz, die gegen die Euro-7-Emissionsnorm kämpft, die die bestehenden Vorschriften vor dem Verbot verschärfen würde.
Regierungsanalysten haben errechnet, dass die Umstellung der Produktion im Stahlwerk von U.S. Steel Košice langfristig entscheidend für eine systematische Veränderung der Emissionen in den Fabriken des kleinen Landes sein wird.
Das Werk arbeitet derzeit mit Öfen, die mit fossilen Brennstoffen betrieben werden, und möchte inzwischen elektrische Öfen anschaffen. Das Projekt wird wahrscheinlich durch einen Zuschuss aus dem EU-Konjunkturprogramm in Höhe von 300 Millionen Euro unterstützt werden.