ILO-Studie: Juncker-Plan könnte Millionen Jobs schaffen

Das 315-Milliarden-Euro-Investitionspaket der EU könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation zur Jobmaschine für die EU werden. Der Erfolg des Plans hänge aber davon ab, dass er auf eine mittelfristige Beschäftigungsstrategie hinarbeite.

Euractiv.de
Laut ILO-Studie gut für den Arbeitsmarkt: Das Investitions-Paket von Kommissionspräsident Juncker.
Laut ILO-Studie gut für den Arbeitsmarkt: Das Investitions-Paket von Kommissionspräsident Juncker. [<a href="https://www.flickr.com/photos/lisboncouncil/6100017808/in/photolist-ai3bLQ-ahZpin-ai3coC-ai3b9U-oGmro1-9PVBvc-oGmrob-aigTuh-aie63p-aie5ZK-ahZ8vB-aigTNf-9PYsTf-9PYtAC-ai2UXw-bBBaVc-aih2iE-ayTN7c-boGgth-bhVep4-9PYsjS-7Jj18b-aCHnzY-oG8UsK-9PVAHD-9PYtpy-9PYtJw-9PVAWT-9PYsub-9PVARz-9PVAo6-9PVABp-7Jf5hc-7Jj16j-avHfGS-avEAbT-avEABR-p7eABo-qsDUBU-pvXzZt-qsxsuz-qsHrSM-qqri1J-qsDVeW-pUv4AF-q7oao7-q5Fped-qcMbpw-aByAPh-avHggY" target="_blank" rel="noopener">© Lisbon Council (CC BY-NC-ND 2.0)</a>]

Das 315-Milliarden-Euro-Investitionspaket der EU könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation zur Jobmaschine für die EU werden. Der Erfolg des Plans hänge aber davon ab, dass er auf eine mittelfristige Beschäftigungsstrategie hinarbeite.

Der sogenannte Juncker-Plan könnte nach Einschätzung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) zur Jobmaschine für Europa werden. Laut einer am Mittwoch präsentierten Studie könnten 2,1 Millionen Arbeitsplätze bis Mitte 2018 entstehen. Voraussetzung: Das Vorhaben müsse konsequent umgesetzt werden.

„Das von der EU-Kommission vorgeschlagene Investitionsprogramm ist somit eine begrüßenswerte Initiative, weil sie die unmittelbare Notwendigkeit erkannt hat, Wachstums zu stimulieren, die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu fördern und die Beschäftigungskrise zu bewältigen“, kommentierten die ILO-Forscher das im Dezember lancierte 315-Milliarden-Euro-Projekt, dass Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kurz nach seinem Amtsantritt präsentiert hatte.

Unter Berücksichtigung der Größe und der Vielfalt der Arbeitsmarktprobleme, müsste unter anderem sichergestellt werden, dass Kleinunternehmen Zugang zu Krediten erhalten, heißt es in der Studie. Darüber hinaus sei es nötig, dass alle im Rahmen des Investitionsplans entwickelten Maßnahmen als Grundlage für ein mittelfristiges Beschäftigungsstrategie genutzt werden. Eine solche Strategie müsse auch auf die Schaffung von hochqualitativen Arbeitsplätzen achten und einen „Wettlauf nach unten“ in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen vermeiden.

ILO-Forschungschef Raymond Torres wies außerdem darauf hin, dass der Juncker-Plan den am 22. Januar von der Europäischen Zentralbank (EZB) beschlossenen Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen in Höhe von 60 Milliarden Euro monatlich ergänzen, müsse, um zu den gewünschten Ergebnissen zu führen.

Junckers Investitions-Paket sieht vor, dass die EU-Staaten einen Fonds mit einem Grund-Kapital von 21 Milliarden Euro schaffen. Mithilfe dieses Topfes sollen innerhalb von drei Jahren Investitionen von 315 Milliarden Euro mobilisiert werden, die zum Großteil aus privaten Mitteln stammen.

Jyrki Katainen, Kommissionsvizepräsident für Wachstum, Arbeitsplätze und Wettbewerb, hatte kürzlich vor dem Wirtschaftsausschuss gesagt, das erhoffte Wirtschaftswachstum werde bis zu 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze schaffen.