Irland vor Regierungswechsel
Im schuldengeplagten Irland wird das Parlament neu gewählt. Die Partei Fianna Fail von Ministerpräsident Brian Cowen muss mit einer herben Niederlage rechnen.
Im schuldengeplagten Irland wird das Parlament neu gewählt. Die Partei Fianna Fail von Ministerpräsident Brian Cowen muss mit einer herben Niederlage rechnen.
Meinungsumfragen zufolge wird nach der Abstimmung ein Regierungswechsel erwartet. Die Mitte-Rechts-Partei Fine Gael kann demnach entweder eine Minderheitsregierung oder eine Koalition mit der Labour-Partei bilden, mit der sie trotz großer Differenzen in der Finanzpolitik viele Gemeinsamkeiten hat.
Die Partei Fianna Fail von Ministerpräsident Brian Cowen muss dagegen mit einer herben Niederlage rechnen. Sie dürfte nach Fine Gael und Labour nur noch drittstärkste Kraft in der neuen Volksvertretung werden. Cowen war vor allem wegen seines Umgangs mit der verheerenden Bankenkrise bei den Wählern in Ungnade gefallen.
Die Parlamentswahl in Irland ist die erste große Abstimmung in Europa unter dem Eindruck der Finanzkrise.
Die Iren stehen nach bereits zwei Jahren harter Sparmaßnahmen im Kampf gegen das große Haushaltsdefizit vor noch tieferen Einschnitten: An das 85 Milliarden Euro schwere Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) sind Bedingungen geknüpft, die das Euro-Land auf einen drastischen Sanierungskurs schicken.
Favorit: Enda Kenny
Wenige Tage vor der Wahl hatte Favorit Enda Kenny seine erste Fernsehdebatte nach Medieneinschätzung unbeschadet überstanden.
Der für seine bisherigen Medienauftritte kritisierte Oppositionskandidat habe sich gut geschlagen, hieß es in der "Irish Daily Mail". Ähnlich wertete auch die "Irish Times" Kennys Auftritts bei der TV-Debatte, aus der aber kein klarer Sieger hervorgegangen sei.
Kritiker hatten es Kenny übelgenommen, dass er eine erste Fernsehdebatte abgesagt hatte. Der ehemalige Lehrer setzt im Wahlkampf vor allem auf den direkten Kontakt zu den Wählern, der als seine Stärke gilt.
In Umfragen von letzter Woche lag Kennys Mitte-Rechts-Partei Fine Gael mit 38 Prozent der Stimmen klar in Führung, womit Kenny Chancen auf den Posten des Ministerpräsidenten hat.
EURACTIV/rtr/dto
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