Italien: Russlands Getreideangebot "nicht der Weg aus der Krise"

Moskaus Angebot, afrikanische Länder kostenlos mit Getreide zu beliefern, ist aus Sicht des italienischen Außenministers nicht der richtige Weg aus der Krise, die durch den Austritt Russlands aus dem Schwarzmeer-Getreideabkommen verursacht wurde.

European Pravda
Cose,Up,Black,Sea,Port,Ukranian,Grain,Loading,Process,Of
„Wir drängen darauf, den Dialog über den Getreidekorridor aufrechtzuerhalten. Wir unterstützen das diplomatische Vorgehen der Türkei“, zitiert Ansa den italienischen Außenminister Antonio Tajani. [Glebzter/Shutterstock]

Moskaus Angebot, afrikanische Länder kostenlos mit Getreide zu beliefern, ist aus Sicht des italienischen Außenministers nicht der richtige Weg aus der Krise, die durch den Austritt Russlands aus dem Schwarzmeer-Getreideabkommen verursacht wurde.

„Wir drängen darauf, den Dialog über den Getreidekorridor aufrechtzuerhalten. Wir unterstützen das diplomatische Vorgehen der Türkei“, sagte der italienische Außenminister Antonio Tajani am Wochenende gegenüber der Nachrichtenagentur Ansa.

Nach Ansicht des Außenministers sind es die afrikanischen Länder, die den größten Preis für die Aussetzung des Abkommens zahlen.

„Der von Putin vorgeschlagene Weg, also ‚wir schicken euch das Getreide umsonst‘, ist nicht der richtige Weg. Wenn wir nicht zu dem Abkommen zurückkehren, werden die Getreidepreise steigen“, betonte der Minister.

Zuvor hatte Putin auf dem russisch-afrikanischen Gipfel in Sankt Petersburg sechs afrikanischen Ländern kostenlose Getreidelieferungen zugesagt. Demnach werde Russland „in den kommenden Monaten 25.000 bis 50.000 Tonnen Getreide kostenlos an die afrikanischen Länder bereitstellen und kostenlos liefern.“

Nach Angaben des russischen Präsidenten sollen Burkina Faso, Simbabwe, Mali, Somalia, die Zentralafrikanische Republik und Eritrea Getreide erhalten.

Am 17. Juli hatte Russland die Aussetzung des Getreideabkommens angekündigt, das zuvor den Export von ukrainischem Getreide über die Schwarzmeerhäfen des Landes ermöglicht hatte.

Darüber hinaus begann Moskau mit groß angelegten Angriffen auf die Hafeninfrastruktur von Odesa und die Donauhäfen.

Das US-Außenministerium warnte davor, dass Russland angesichts einer Reihe von Angriffen auf die Hafeninfrastruktur in der Südukraine eine Aktion unter falscher Flagge im Schwarzen Meer vorbereiten könnte. Auch der britische Außenminister James Cleverly hat hiervor gewarnt.

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei EURACTIVs Medienpartner European Pravda.