Italiens Außenminister wirft EU Versagen in Flüchtlingspolitik vor

Der italienische Außenminister Angelino Alfano hat den EU-Staaten vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise auf der Mittelmeerroute Versagen vorgeworfen.

epa05627217 People wait outside the newly opened center for migrants and refugees at Porte de la Chapelle in Paris, France, 11 November 2016. The migrants were brought to the new centre after the so-called ‚Jungle‘ camp at Calais was dismantled in late October. The inhabitants of the migrant and refugee camp at Calais were relocated to dozens of centres and shelters across France.  EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON
Menschen warten außerhalb eines neu eröffneten Zentrums für Migranten und Flüchtlinge in Porte de la Chapelle in Paris.  [EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON]

Der italienische Außenminister Angelino Alfano hat den EU-Staaten vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise auf der Mittelmeerroute Versagen vorgeworfen.

Italiens Außenminister Außenminister Angelino Alfano hat die EU-Staaten in der Flüchtlingspolitik heftig gerügt. Das Umverteilungsprogramm funktioniere nicht, sagte Alfano der „Bild“ laut Vorabbericht am Montag. „Es fehlt an einer gemeinsamen europäischen Migrationspolitik, die sich der Ankünfte aus Afrika annimmt.“

Italien könne diese Last nicht alleine verkraften. „Genauso brauchen wir dringend mehr gemeinsame Anstrengungen, um in Libyen die Lage zu verändern, damit man den Menschenhandel bekämpfen und die Flüchtlingsströme steuern kann.“

Italien rechnet bis Ende 2017 mit mehr 200.000 Flüchtlingen über Mittelmeerroute 

Alfano rechnet bis Ende des Jahres mit mehr als 200.000 Menschen, die über die Mittelmeerroute nach Europa kommen. „Und weitere Hunderttausende Menschen warten in Libyen auf die gefährliche Überfahrt, die häufig tödlich endet“, sagte der Minister.