Juncker verdammt Anschlag auf Satiremagazin "Charlie Hebdo"
Die EU verurteilt den tödlichen Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" scharf. EU-Ratspräsident Donald Tusk sprach von einem Angriff auf die europäischen Grundwerte.
Die EU verurteilt den tödlichen Anschlag auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ scharf. EU-Ratspräsident Donald Tusk sprach von einem Angriff auf die europäischen Grundwerte.
EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat den tödlichen Anschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ als „brutale und unmenschliche Attacke“ verdammt. „Dies ist eine unerträgliche Tat, eine Barbarei“, teilte Juncker am Mittwoch in Brüssel mit.
Attentäter haben in der Redaktion der französischen Satirezeitschrift ein Massaker verübt, bei dem elf Menschen getötet und zehn verletzt worden sind. Das teilte die Polizei am Mittwoch mit. Einige von ihnen befänden sich in einem kritischen Zustand.
„Die Europäische Union steht nach dieser entsetzlichen Tat an der Seite Frankreichs“, erklärte EU-Ratspräsident Donald Tusk. „Dies ist ein brutaler Angriff auf unsere Grundwerte, gegen die Redefreiheit, eine Säule unserer Demokratie. Der Kampf gegen den Terrorismus in all seinen Formen muss ohne Unterlass weitergehen.“
Bereits 2011 war die Wochenzeitung Ziel eines Brandanschlages. Sie hatte damals eine Abbildung des islamischen Propheten Mohammed auf ihrer Titelseite veröffentlicht. Bildliche Darstellungen Mohammeds sind im Islam verboten.
Präsident François Hollande eilte zum Ort des Anschlags und setzte eine Krisensitzung des Kabinettes ein. Die Regierung ließ die Terror-Warnstufe für Paris auf das höchste Niveau heraufsetzen.
Hollande verurteilte die Tat als „barbarischen Akt“, die jedoch die Pressefreiheit niemals auslöschen werde.
Aucun acte barbare ne saura jamais éteindre la liberté de la presse. Nous sommes un pays unis qui saura réagir et faire bloc.
— François Hollande (@fhollande) January 7, 2015
Andere Reaktionen sind ähnlich deutlich:
Horrendous terror attack in Paris, leaving many people dead. Those responsible must be pursued. Free speech must be defended.
— Margot Wallström (@margotwallstrom) January 7, 2015
Sous le choc de l’odieux attentat terroriste qui a frappé #CharlieHebdo. Compassion pour les victimes, mobilisation et unité nationale
— Pierre Moscovici (@pierremoscovici) January 7, 2015
Der britische Premierminister David Cameron verurteilte die Attacke in Paris als „krank“ und versicherte den Beistand des Vereinigten Königreiches in Frankreichs Krieg gegen den Terror.
The murders in Paris are sickening. We stand with the French people in the fight against terror and defending the freedom of the press.
— David Cameron (@David_Cameron) January 7, 2015
We strongly condemn the horrible shooting at #CharlieHebdo. We must all stand up for freedom of speech and expression. @Charlie_Hebdo_
— Alexander Stubb (@alexstubb) January 7, 2015
Ein Augenzeuge berichtete im Fernsehsender iTELE, er habe von einem benachbarten Gebäude aus gesehen, wie vermummte Männer mit Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow das Haus im Zentrum von Paris betreten hätten. „Einige Minuten später waren viele Schüsse zu hören.“ Die Männer seien dann weggerannt.
In Frankreich kam am Mittwoch das neue Buch von Michel Houellebecq mit dem Titel „Unterwerfung“ auf den Markt. Es spielt in einem vom Islam dominierten Frankreich. Dagegen hatte es heftige Proteste von Muslimen gegeben.