Keuchhusten: Alarmierender Anstieg der Erkrankungen in der EU

Das Europäische Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat angesichts der Verzehnfachung der Keuchhustenfälle im vergangenen Jahr auf dem Kontinent Alarm geschlagen. Es ruft erneut dazu auf, die Impfung als wirksamsten Schutz zu verstärken.

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Frauen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel werden besonders ermutigt, sich impfen zu lassen. Grund dafür ist, dass Neugeborene besonders anfällig für diese Krankheit sind. [Shutterstock/Andrew Angelov]

Das Europäische Zentrum für die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) hat angesichts der Verzehnfachung der Keuchhustenfälle im vergangenen Jahr auf dem Kontinent Alarm geschlagen. Es ruft erneut dazu auf, die Impfung als wirksamsten Schutz zu verstärken.

Die Krankheit birgt ein hohes Risiko für schwere Folgeschäden bis hin zum Tod von Säuglingen. Auch Erwachsene können schwer erkranken, vor allem diejenigen, die bereits gesundheitliche Probleme haben.

Als endemische Krankheit bricht sie alle drei bis fünf Jahre aus, selbst in Staaten mit einer hohen Impfquote. Größere Ausbrüche sind normalerweise auf niedrige Impfraten oder nachlassende Immunität in der Bevölkerung zurückzuführen. In diesem Fall könnte jedoch eine geringere natürliche Immunisierung in der Bevölkerung während der Corona-Pandemie dafür verantwortlich sein.

Im vergangenen Jahr (2023/2024) wurden in der EU beziehungsweise im Europäischen Wirtschaftsraum fast 60.000 Fälle gemeldet, im Zeitraum 2022/21 waren es rund 6000.

„Bei der Bekämpfung der Keuchhustenepidemie dürfen wir nicht vergessen, dass es um Menschenleben geht, vor allem um die unserer Kleinen“, erklärte die Direktorin des Zentrums, Andrea Ammon.

„Impfstoffe gegen Keuchhusten haben sich als sicher und wirksam erwiesen […]. Wir haben eine Verantwortung, ob als Eltern oder als Fachkräfte des öffentlichen Gesundheitswesens, die am meisten gefährdete Gruppe vor den tödlichen Auswirkungen dieser Krankheit zu schützen.“

Die EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides schlug ebenfalls Alarm und rief zur Wachsamkeit auf: „Die Impfung ist unser zentrales Instrument, um Leben zu retten und eine weitere Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.“

Die Gesundheitsbehörden werden in den nationalen Empfehlungen dazu aufgefordert, die Impfprogramme zu verstärken und eine hohe Impfquote zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Dies schließt den rechtzeitigen und vollständigen Abschluss der Grundimmunisierungsserien und der nachfolgenden Auffrischungsimpfungen ein.

Frauen im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel werden besonders ermutigt, sich impfen zu lassen. Grund dafür ist, dass Neugeborene besonders anfällig für diese Krankheit sind.

Darüber hinaus ist die Impfung gegen Keuchhusten im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel sicher und sehr wirksam bei der Vorbeugung von Krankheiten und Todesfällen bei Neugeborenen. Diese sind selbst noch zu jung, um geimpft zu werden.

[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic/Kjeld Neubert]