Kommissarin: EU muss sich besser auf Arzneimittelknappheit vorbereiten

Die EU muss sich aus Sicht von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides besser auf die kommende Herbst- und Wintersaison vorbereiten, um weitere Engpässe bei Medikamenten zu vermeiden.

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Die kälteren Monate sind oft eine Herausforderung für die Arzneimittelversorgung, da Atemwegserkrankungen und die Grippe in der gesamten Union zunehmen. [[European Parliament]]

Die EU muss sich aus Sicht von EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides besser auf die kommende Herbst- und Wintersaison vorbereiten, um weitere Engpässe bei Medikamenten zu vermeiden.

Die kälteren Monate sind oft eine Herausforderung für die Arzneimittelversorgung, da Atemwegserkrankungen und die Grippe sich verbreiten.

Der vergangene Winter brachte jedoch besondere Probleme für Europa mit sich. Ein deutlicher Anstieg von Atemwegsinfektionen und anhaltende Fälle von COVID-19 führten zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Antibiotika und Schmerzmitteln.

Besonderes Kopfzerbrechen bereitete die Verknappung von Amoxicillin, einem Antibiotikum, das zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird.

Eine solche Situation müsse in den kommenden Jahren vermieden werden, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag (20. April) in der ersten offiziellen Sitzung des neu eingerichteten Unterausschusses für Gesundheit des Europäischen Parlaments (SANT).

„Wir müssen besser auf den nächsten Herbst und Winter vorbereitet sein“, betonte sie und versicherte den Abgeordneten, dass die Europäische Kommission bereits mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zusammenarbeite, um die Verfügbarkeit wichtiger Antibiotika für das nächste Jahr sicherzustellen.

Die Aufgabe von HERA

Eine Möglichkeit, potenzielle Engpässe abzumildern, könnte die Bevorratung bei der Europäischen Behörde für Notfallvorsorge und Reaktion im Gesundheitswesen (HERA) sein, so Kyriakides.

HERA, eine Generaldirektion der Kommission, wurde nach dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie eingerichtet, um künftigen gesundheitlichen Notfällen vorzubeugen und eine schnelle Reaktion zu ermöglichen.

Während der Sitzung betonten die Abgeordneten, dass die Mitgliedstaaten und die Beteiligten weiterhin zusammenarbeiten müssen, um das Thema Gesundheit auf EU-Ebene anzugehen.

Kyriakides entgegnete, dass viele Gesundheitsfragen zwar weiterhin in die nationale Zuständigkeit fielen, die Kommission aber mit den verschiedenen nationalen Behörden und der Industrie zusammenarbeite, um einen Weg zu finden, diese gemeinsame Herausforderung zu bewältigen.

„Wir brauchen einen koordinierten Ansatz zwischen den Mitgliedstaaten und müssen die Lehren aus der Pandemie nutzen“, fuhr sie fort.

Sie nannte die gemeinsame Beschaffung als Beispiel für einen Mechanismus, der während der COVID-19-Pandemie eingesetzt wurde und den HERA auch in anderen Situationen anwenden möchte.

Laut Kyriakides laufen derzeit Gespräche über die Anwendung der gemeinsamen Beschaffung für Mittel gegen die Vogelgrippe.

Pharma-Gesetzgebung

Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Bezahlbarkeit von Arzneimitteln sind die Hauptanliegen, die mit der Reform des EU-Arzneimittelrechts angegangen werden sollen, die nach mehreren Verzögerungen nächste Woche (26. April) vorgelegt werden soll.

Die Überarbeitung der allgemeinen EU-Gesetzgebung für Humanarzneimittel ist das letzte große Gesundheitsdossier, das die EU-Kommission vor dem Ende der laufenden Legislaturperiode in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 vorlegen wird.

Kyriakides betonte, die Initiative ziele darauf ab, ein zukunftssicheres und krisenfestes Arzneimittelregulierungssystem für Europa zu gewährleisten und gleichzeitig die Innovation zu fördern, damit die pharmazeutische Industrie „ein Weltklasse-Innovator“ bleibt.

Sie betonte, dass der Zugang zu Arzneimitteln eine politische Priorität sei, denn „es kann in der EU keine Bürger erster und zweiter Klasse geben.“

„Wir alle verdienen einen rechtzeitigen und gleichberechtigten Zugang zu Medikamenten“, schloss sie.

[Bearbeitet von Gerardo Fortuna/Nathalie Weatherald]