Kommission baut Online-Beschaffungswesen aus
Die EU-Kommission will die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im öffentlichen Auftragswesen stärker fördern. Zu dieser sogenannten "e-Beschaffung" plant sie ein Grünbuch und stellt die neue Datenbank e-CERTIS vor. EU-Binnenmarktkommissar spricht vom "Anfang eines langen Weges".
Die EU-Kommission will die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im öffentlichen Auftragswesen stärker fördern. Zu dieser sogenannten „e-Beschaffung“ plant sie ein Grünbuch und stellt die neue Datenbank e-CERTIS vor. EU-Binnenmarktkommissar spricht vom „Anfang eines langen Weges“.
Die EU-Kommission leitet eine Konsultation zur elektronischen Beschaffung ein. Diese erfolgt in Form eines Grünbuchs, in dem interessierte Kreise aufgefordert werden, sich dazu zu äußern, wie die EU die Mitgliedstaaten dabei unterstützen kann, den Beschaffungsprozess zu beschleunigen und zu erleichtern.
Der Begriff "e?Beschaffung" (e-procurement) bezeichnet die Nutzung elektronischer Hilfsmittel durch Behörden und andere Organisationen des öffentlichen Sektors bei der Kommunikation und der Geschäftsabwicklung im Rahmen der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen oder der Ausschreibung öffentlicher Arbeiten.
Grünbuch ermittelt Hindernisse
In dem Grünbuch werden Hindernisse ermittelt, die der rascheren Einführung der e-Beschaffung im Wege stehen. Zudem werden die Risiken benannt, die unterschiedliche nationale Konzepte für die grenzüberschreitende Beteiligung an Online-Vergabeverfahren darstellen. Es werden Möglichkeiten zur Überwindung dieser Schwierigkeiten aufgezeigt, darunter beispielsweise rechtliche Anreize, Normung und Interoperabilitätslösungen.
Bis zum 31.01.2011 besteht für alle Betroffenen die Möglichkeit, zu den Vorschlägen in dem Grünbuch Stellung zunehmen. Ziel des Grünbuches ist es, Stellungnahmen zu erhalten, wie die EU die Mitgliedsstaaten unterstützen kann.
e-Certis erleichtert Zusammenstellung von Unterlagen
Gleichzeitig stellt die Kommission ihre neue Datenbank e-CERTIS vor. Dabei handelt es sich um ein internetgestütztes Instrument, das es Unternehmen und öffentlichen Auftraggebern erleichtert, die Unterlagen zusammenzustellen, die im Rahmen der Ausschreibung öffentlicher Arbeiten in der EU erforderlich sind.
Dazu erklärte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier: "Die Europäische Kommission hat die Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) im öffentlichen Auftragswesen stets gefördert. Unsere Untersuchung zeigt, dass der Einsatz von IKT bei der öffentlichen Beschaffung eine raschere und effizientere Abwicklung ermöglicht und gleichzeitig die Kosten der Beteiligung an Ausschreibungen erheblich senkt."
"Impulse auf allen Ebenen notwendig"
Allerdings stünde man erst am Anfang eines langen Weges, so Barnier. "Es sind Impulse auf allen Ebenen notwendig, und wir werden beim Ausbau des Online-Beschaffungswesens mit den nationalen Regierungen zusammenarbeiten. Ich bin bereit, meinen Beitrag zur Nutzung des enormen Potenzials der IKT zur Modernisierung und Vereinfachung der öffentlichen Beschaffung in der EU zu leisten."
Die schrittweise Einführung der e-Beschaffung ist Teil eines Projekts im Bereich der Internetnutzung durch staatliche Stellen ("e-Government"), das das Funktionieren und die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung grundlegend reformieren soll. 2009 wurden EU-weit mehr als 150.000 Aufträge mit einem Volumen von schätzungsweise 3 Prozent des BIP der EU ausgeschrieben.
dto
Links / Dokumente
EU-Kommission: Europäische Kommission treibt Ausbau der e?Beschaffung in der EU voran (18. Oktober 2010)
EU-Kommission: Frequently asked questions: e-Procurement (18. Oktober 2010)
EU-Kommission: Commission Staff Working Document – Evaluation of the 2004 Action Plan for Electronic Public Procurement (18. Oktober 2010)