Kommission will Gewebezüchtung regulieren [DE]

Am 19. Mai 2005 hat die Kommission eine öffentliche Konsultation über die Regulierung fortgeschrittener Therapien zur Züchtung menschlicher Gewebe eingeleitet.

Am 19. Mai 2005 hat die Kommission eine öffentliche Konsultation über die Regulierung fortgeschrittener Therapien zur Züchtung menschlicher Gewebe eingeleitet.

Große medizinische Fortschritte machen die Möglichkeit der Schaffung eines ‚bionischen Menschen’ immer wahrscheinlicher. Mittlerweile gibt es Zell- und Molekularbiologische Verfahren, mit deren Hilfe beschädigte menschliche Gewebe repariert und regeneriert werden können (siehe LinksDossier 16. Februar 2005).

Die Arbeit, die auf diesem Gebiet ausgeführt wird, wird EU-Ebene derzeit nicht reguliert. Die Kommission sieht nun allerdings Regulierungsbedarf, um sicherzustellen, dass die technologischen Fortschritte nicht nur rasch, sondern vor allem auch sicher und unter Aufsicht vonstatten gehen. Sie hat daher einen Bericht und einen Verordnungsentwurf vorgelegt, zu denen interessierte Parteien bis zum 20. Juni 2005 Stellung beziehen können. 

Der Gesetzentwurf schlägt die Einführung eines zentralisierten Marketing-Verfahrens und  die Schaffung eines Sachverständigenausschusses zur Überprüfung von Produkten und Sicherstellung der Einhaltung von Risikomanagement-Anforderungen vor. Ethische Entscheidungen über die Verwendung menschlicher Gewebe werden auch weite Sache der Mitgliedstaaten sein. Die Maßnahmen auf EU-Ebene sollen dazu dienen, die Achtung der Grundrechte und die Würde des Menschen zu stärken.