Kommission will Kultursektor stärken
Die EU-Kommission schlägt für die nächste Haushaltsperiode vor, die Mittel zur Unterstützung des europäischen Kultur- und Kreativsektors auf 1,85 Mrd. EUR zu erhöhen.
Die EU-Kommission schlägt für die nächste Haushaltsperiode vor, die Mittel für das Programm Kreatives Europa zur Unterstützung des europäischen Kultur- und Kreativsektors auf 1,85 Mrd. EUR zu erhöhen.
Dies betonte die Behörde gestern in Brüssel. Die Kommission ist derzeit auf Werbetour für ihren kontrovers diskutierten Haushhaltsvorschlag. Angesichts von Kürzungen in vielen Bereichen – insbesondere der Kohäsions- und der Agrarpolitik betonen die Kommissare dieser Tage gerne, wo Mehrausgaben geplant sind. Bereits gestern legte sie einen kommunikativen Schwerpunkt auf Mittelerhöhungen beim Studierendenaustauschprogramm Erasmus.
Die nun angekündigten Mehrausgaben für den Kultursektor beziehen sich auf drei Bereiche: 1) Die Finanzierung audiovisueller Projekte und zur Förderung der Wettbewerbsfähigkeit des audiovisuellen Sektors in Europa; 2) die Förderung des europäischen Kultur- und Kreativsektors und 3) die sektorübergreifende Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie anderer Akteure des Kultur- und Kreativsektors.
Der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, erklärte: „Durch die Digitalisierung hat sich unser Kulturwesen erheblich gewandelt, und es sind neue Herausforderungen, aber auch neue Chancen für den Kultur- und Kreativsektor entstanden. Wir wollen die Kulturschaffenden in der EU dabei unterstützen, diese neuen digitalen Chancen optimal zu nutzen.“
Bildungskommissar Tibor Navracsics ergänzte: „Die Kultur ist seit jeher ein Herzstück des europäischen Projekts. Sie bringt Menschen zusammen. Zugleich ist der Kultur- und Kreativsektor eine wichtige Triebfeder für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung und trägt maßgeblich zum Aufbau enger internationaler Beziehungen bei. Wir haben im Kulturbereich ehrgeizige Ziele, und mit einem starken Programm Kreatives Europa können wir diese Ziele erreichen. Ich rufe die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament dazu auf, diesen Ansatz zu unterstützen.“
Allerdings ist der EU-Haushalt ein vermintes Feld. Aufgrund zahlreicher Kontroversen wird es nicht einfach, eine Einigung zu erreichen. Viele Beobachter äußern bereits Zweifel, dass sich Kommission, Mitgliedsstaaten und EU-Parlament rechtzeitig vor den Europawahlen im Juni 2019 einigen werden.