Kroatien prüft Anteilsverkauf an Lebensmittelkonzern durch Sberbank

Der Verkauf eines 43,4-prozentigen Anteils der führenden kroatischen Lebensmittel- und Einzelhandelsgruppe Fortenova, der sich im Besitz der russischen Sberbank befand, an einen arabischen Investor könnte sich laut kroatischen Beamten als Verstoß gegen internationale Sanktionen entpuppen.

Euractiv.com
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Sberbank bestätigte letzte Woche, dass sie den Anteil verkauft habe, aber es bleibt unklar, ob dies rechtlich zulässig ist, da die Bank und ihre Vermögenswerte unter den EU-Sanktionen stehen, die nach dem Einmarsch in der Ukraine gegen Russland verhängt wurden. [Shutterstock/Fotokon]

Der Verkauf eines 43,4-prozentigen Anteils der führenden kroatischen Lebensmittel- und Einzelhandelsgruppe Fortenova, der sich im Besitz der russischen Sberbank befand, an einen arabischen Investor könnte sich laut kroatischen Beamten als Verstoß gegen internationale Sanktionen entpuppen.

Saif Alektbi, ein Investor aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, erklärte am 3. November, er habe die Transaktion am 31. Oktober abgeschlossen und sei zu einem strategischen Investor in Fortenova geworden, dem größten Agrarproduzenten der Region, der mehr als 50.000 Beschäftigte zählt.

Auch die Sberbank bestätigte letzte Woche, dass sie den Anteil verkauft habe, aber es bleibt unklar, ob dies rechtlich zulässig ist, da die Bank und ihre Vermögenswerte unter den EU-Sanktionen stehen, die nach dem Einmarsch in der Ukraine gegen Russland verhängt wurden.

Die Fortenova-Gruppe umfasst drei juristische Personen mit Sitz in den Niederlanden und eine in Kroatien.

Branko Bačić, stellvertretender Vorsitzender der Regierungspartei HDZ, sagte am Montag, dass kein staatliches Organ in Kroatien oder den Niederlanden seine Zustimmung zum Verkauf des Anteils an Fortenova erteilt habe, berichtete Jutarnji List. Die kroatische Staatsanwaltschaft werde prüfen müssen, ob dabei gegen internationale Sanktionen verstoßen worden sei, fügte er hinzu.

„Wenn es illegale Handlungen und ein Verstoß [gegen die Sanktionen] gab, wird sich an den Eigentumsverhältnissen von Fortenova nichts ändern. Wenn eine solche Transaktion stattgefunden hat und sie einen Verstoß gegen Sanktionen darstellt, ist ihre rechtliche Wirkung null und nichtig“, sagte er.

„Wie die Sache ausgeht, ob jemand strafrechtlich verfolgt wird, das möchte ich lieber den zuständigen staatlichen Instanzen überlassen“, sagte er vor Reporter:innen in Zagreb.

Sollte jedoch der Verdacht auf ein Fehlverhalten bestehen, so sei die Staatsanwaltschaft (DORH) „befugt, ein ordentliches Strafverfahren einzuleiten“, sagte er.

Fortenova ist die Rechtsnachfolgerin des inzwischen in Konkurs gegangenen Konzerns Agrokor, der sich während seiner Expansion in der Region übermäßig verschuldet hatte, unter anderem bei zwei russischen Banken, der Sberbank und der VTB.

Die beiden Kreditinstitute wurden nach der Umstrukturierung und Umbenennung von Agrokor durch einen Tausch von Schulden gegen Aktien Eigentümer von Fortenova.