Luxemburg erwägt 38-Stunden-Arbeitswoche
Arbeitsminister Georges Engel (LSAP/S&D) prüft, ob Luxemburg eine 38-Stunden-Woche einführen könnte, um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiterhin die benötigten ausländischen Arbeitskräfte anzuziehen.
Arbeitsminister Georges Engel (LSAP/S&D) prüft, ob Luxemburg eine 38-Stunden-Woche einführen könnte, um wettbewerbsfähig zu bleiben und weiterhin die benötigten ausländischen Arbeitskräfte anzuziehen.
Vor zwei Wochen erhielt das luxemburgische Arbeitsministerium die Ergebnisse der von ihm in Auftrag gegebenen Studie über die Auswirkungen einer Arbeitszeitverkürzung. Diese Studie sollte objektive Fakten in einer Debatte liefern, die sowohl auf nationaler Ebene als auch in der gesamten EU sehr emotional geführt wird.
Engel erklärte am Montag, die Ergebnisse der Studie seien zwar „uneindeutig“, eine verkürzte Wochenarbeitszeit könne aber dennoch in Betracht gezogen werden.
In Luxemburg beträgt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit 40 Stunden, wobei gesetzlich eine Höchstarbeitszeit von 48 Stunden erlaubt ist. Der EU-Durchschnitt für alle Mitgliedstaaten liegt bei 37,1 Stunden.
Die Produktivität würde durch weniger Arbeitsstunden bei vollem Lohnausgleich nicht unbedingt sinken, sodass die Umstellung in den meisten Sektoren keine staatlichen Subventionen erfordern würde.
Die Maßnahme würde auch der Regierung helfen, Geld zu sparen. Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass eine Reduzierung der Arbeitszeit zu weniger Krankheitsausfällen, Burnout und Depressionen führt, während das allgemeine Wohlbefinden steigt.
Der Minister erklärte, dass die Attraktivität Luxemburgs für ausländische Arbeitnehmer im Wesentlichen auf zwei Säulen beruhe: den Gehältern und den Arbeitsbedingungen.
Da jedoch die Nachbarregionen die Gehälter schrittweise erhöht haben, um Arbeitskräfte zu halten, könnte das Großherzogtum, in dem die Arbeitszeiten derzeit höher sind, seinen Vorsprung durch die Einführung einer verkürzten Wochenarbeitszeit zurückgewinnen.
Eine Gesetzesänderung ist noch nicht an der Zeit. Wie Engel sagte, möchte er jedoch zunächst mehrere Unternehmen Pilotprogramme durchführen lassen, um Daten zu diesem Thema zu sammeln.
In Luxemburg pendeln täglich rund 210.000 Arbeitnehmer aus Belgien, Deutschland und Frankreich ein, was etwa 44 Prozent der gesamten Erwerbsbevölkerung des Landes entspricht.
Jüngsten Schätzungen zufolge müsste das Land jedoch bis 2030 weitere 270.000 Menschen anziehen.