Macron kündigt Impfkampagne gegen HPV in Mittelschulen an

Frankreich wird im September mit einer allgemeinen Impfkampagne in Mittelschulen ab der fünften Klasse gegen humane Papillomviren (HPV) starten. Dies kündigte Präsident Emmanuel Macron am Dienstag an.

EURACTIV.fr
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HPV-Infektionen sind die Ursache für präkanzeröse Läsionen des Gebärmutterhalses und 6.000 neue Krebsfälle bei Männern und Frauen pro Jahr. [Shutterstock/CNK02]

Frankreich wird im September mit einer allgemeinen Impfkampagne in Mittelschulen ab der fünften Klasse gegen humane Papillomviren (HPV) starten. Dies kündigte Präsident Emmanuel Macron am Dienstag an.

Die Impfung wird kostenlos sein und sowohl für Mädchen als auch für Jungen angeboten. „Das hilft, viele Krebsarten zu verhindern“, sagte Macron vor Schülern einer französischen Mittelschule im Südwesten, zusammen mit Gesundheitsminister François Braun und Bildungsminister Pap Ndiaye.

HPV-Infektionen sind die Ursache für präkanzeröse Läsionen des Gebärmutterhalses und verursachen in dem Land 6.000 neue Krebsfälle bei Männern und Frauen pro Jahr.

Unter diesen Krebsarten ist der Gebärmutterhalskrebs (2.900 Fälle pro Jahr), der mehr als 1.000 Todesfälle pro Jahr verursacht, die häufigste. Aber es gibt auch Krebserkrankungen im HNO-Bereich (1.500), Analkrebs (1.500) und Krebserkrankungen des Penis, der Vagina oder der Vulva.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind durch HPV verursachte Krebserkrankungen durch Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen vollständig vermeidbar.

Die Durchimpfungsrate in Frankreich ist derzeit recht niedrig. 37 Prozent der Mädchen und 9 Prozent der Jungen sind bereits geimpft, obwohl die 10-Jahres-Strategie zur Krebsbekämpfung 2021-2030 eine Durchimpfungsrate von 80 Prozent innerhalb von sieben Jahren anstrebt.

Die Impfung wird für Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren und für nachgeholte Impfungen bis zum Alter von 19 Jahren empfohlen. Für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), ist die Impfung bis zum Alter von 26 Jahren möglich.

In Großbritannien beispielsweise sind in den ersten Kohorten, die den Impfstoff erhielten, die Zahl der Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs um fast 90 Prozent gesunken. Dies geht aus Daten der WHO hervor.

Auch Belgien, Albanien und Luxemburg haben bereits staatliche HPV-Impfprogramme eingeführt.

Im Jahr 2022 hat die EU im Rahmen ihres Plans zur Bekämpfung von Krebs in Europa eine neue gemeinsame Aktion zur HPV-Impfung gestartet. Sie zielt darauf ab, 90 Prozent der Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren gegen HPV zu impfen und wird eine Erhöhung der Impfquote bei Jungen unterstützen.