Micdat-Pipeline: Spaniens Premier fordert Solidarität von Macron

Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat den französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufgefordert, seine Zusagen in Bezug auf die Verbindungsleitungen zwischen der Iberischen Halbinsel und dem Rest der EU, einschließlich der künftigen Midcat-Pipeline, einzuhalten.

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"Wir fordern die französische Regierung auf, ihre Zusagen zu erfüllen. Frankreich hat sie nicht gegenüber Spanien gemacht, sondern gegenüber der Europäischen Kommission", sagte Sánchez in einem Interview, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Mittwoch veröffentlichte, nur wenige Stunden vor dem spanisch-deutschen Gipfel, der am selben Tag in A Coruña, Galicien (Nordwestspanien) stattfand, berichtete EURACTIVs Partner EFE. [EPA-EFE/CLEMENS BILAN]

Spaniens Premierminister Pedro Sánchez hat den französischen Präsidenten Emmanuel Macron aufgefordert, seine Zusagen in Bezug auf die Verbindungsleitungen zwischen der Iberischen Halbinsel und dem Rest der EU, einschließlich der künftigen Midcat-Pipeline, einzuhalten.

„Wir fordern die französische Regierung auf, ihre Zusagen zu erfüllen. Frankreich hat sie nicht gegenüber Spanien gemacht, sondern gegenüber der Europäischen Kommission“, sagte Sánchez in einem Interview, das die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Mittwoch veröffentlichte, nur wenige Stunden vor dem spanisch-deutschen Gipfel, der am selben Tag in A Coruña, Galicien (Nordwestspanien) stattfand.

„Spanien könnte den Wasserstoffkorridor (…) in sieben bis acht Monaten einrichten. Denn die Pipeline (Midcat) wird sowohl für grünen Wasserstoff als auch für Erdgas geeignet sein“, betonte Sánchez in dem Interview.

„Öffentliche Zusage“ von Macron

Der spanische Premierminister verwies darauf, dass Emmanuel Macron im Juli 2018 schriftlich eine öffentliche Zusage gemacht habe, den Ausbau des Strom- und Energienetzes voranzutreiben.

„Das war auf dem Energienetzgipfel in Lissabon, wo Spanien, Portugal und die Europäische Kommission, wie schon 2015 in Madrid, über eine bessere Anbindung der iberischen Halbinsel an den Rest der EU diskutiert hatten. Bis 2020 sollte ein Verbundgrad von 10 Prozent erreicht werden. Bislang sind es aber nur weniger als 5 Prozent, obwohl es bis 2030 15 Prozent sein sollten“, beklagte Sánchez.

Spanien selbst zeige sich bereits solidarisch mit Frankreich, Portugal und anderen europäischen Ländern, so der sozialdemokratische Premier. In Frankreich sei dagegen ein großer Teil der Kernkraftwerke nicht in Betrieb, in Portugal seien Wasserkraftwerke wegen der Dürre abgeschaltet. „Wir liefern Strom und Gas an beide Länder“, erklärte er.

„Schon heute kommen zehn Prozent des gesamten Gases, das in die EU gelangt, aus Spanien. Das meiste davon mit LNG (Flüssigerdgas)-Tankern, der Rest über Pipelines“, fuhr er fort.

Auf die Frage nach der Zuverlässigkeit Algeriens als Gaslieferant versicherte Sánchez, das nordafrikanische Land sei „schon immer ein zuverlässiger Partner“ für Gaslieferungen gewesen. Daran habe sich nichts geändert. „Aber wir können noch mehr helfen“, kommentierte er.