Milliardeninvestition für europäisches Ökostrom-Netz
Die Pläne für ein transnationales Hochspannungsnetz im Nordseeraum konkretisieren sich. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wollen die nationalen Koordinatoren von neun europäischen Länder noch in diesem Jahr einen konkreten Zeitplan ausarbeiten.
Die Pläne für ein transnationales Hochspannungsnetz im Nordseeraum konkretisieren sich. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wollen die nationalen Koordinatoren von neun europäischen Länder noch in diesem Jahr einen konkreten Zeitplan ausarbeiten.
Nach dem Scheitern von Kopenhagen setzt Europa offensichtlich auf das Öko-Zeitalter. Neun Länder (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Benelux, Dänemark, Irland und Norwegen) wollen nach Informationen der Süddeutschen Zeitung (SZ) "ihre Ökostrom-Aktivitäten mit einem gemeinsamen Hochspannungsnetz unter der Nordsee bündeln".
Das erste Treffen der nationalen Koordinatoren soll nach dem Bericht am 9. Februar stattfinden; eine Absichtserklärung und ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung des Projekts soll bis Herbst verabschiedet werden.
Innerhalb der nächsten zehn Jahre solle ein "Hochspannungs-Unterseekabel in der Nordsee Windparks auf hoher See vor der deutschen und britischen Küste mit Wasserkraftwerken in Norwegen, Gezeitenmeilern an der belgischen und dänischen Küste sowie Wind- und Solaranlagen auf dem europäischen Festland verbinden", schreibt die SZ.
Die Pläne sind nicht neu (siehe Guardian, 4. September 2008), werden aber nach den Finanzierungszusagen der EU für einzelne Projekte (mehr Informationen dazu in Englisch hier und hier), nun offenbar auf nationaler Ebene vorangetrieben.
Die Kommission hat im Rahmen des europäischen Konjunkturprogramms (EERP) ein Budget von knapp 4 Milliarden Euro, um Energieprojekte in den Bereichen CCS, Offshore-Windenergie sowie Gas- und Strominfrastrukturen zu unterstützen. (siehe EURACTIV.de vom 16. Juli 2009)
Das gigantische Nordsee-Projekt soll insgesamt bis zu 30 Milliarden Euro kosten, wobei private Unternehmen den Großteil der Investitionskosten übernehmen sollen, berichtet die SZ.
Dem Ausbau regenerativer Energiequellen sind bisher durch die unzureichende Infrastruktur enge Grenzen gesetzt. Das geplante transnationale Hochspannungsnetz ist eine Voraussetzung, damit die Windenergiekapazitäten, die derzeit in der Nordsee ausgebaut werden, überhaupt in das Stromnetz eingespeist werden können.
Michael Kaczmarek
Dokumente / Download / Links
Kommission: Mehr als 1,5 Mrd. EUR für 15 CCS-Projekte und Offshore-Windenergie-Projekte zur Unterstützung der wirtschaftlichen Erholung in Europa bewilligt (9. Dezember 2009)
Kommission: Selection of offshore wind and carbon capture and storage projects for the EEPR (9. Dezember 2009, englisch)
Kommission: Liste der 15 genehmigten Energieprojekte (9. Dezember 2009, englisch)
Kommission: Verordnungsvorschlag zu Investitionsvorhaben für Energieinfrastruktur (16. Juli 2009)
Kommission: EU-Notfallpläne gegen neue Gasblockaden (16. Juli 2009)
Kommission: Vorschläge der Erdgaskoordinierungsgruppe (2. Juli 2009)
Rat: Kompromissvorschlag zur Finanzierung der Infrastrukturprojekte (20. März 2009)
Kommission: Investitionen in Höhe von 5 Milliarden Euro für Energie- und Breitband-Infrastrukturen (28. Januar 2009)
Kommission: EU-Aktionsplan für Energieversorgungssicherheit (13. November 2008)