Minister treffen sich zu Automobil-‚Gipfel’ [DE]

Bei einem außerordentlichen Treffen, das heute (16. Januar 2009) in Brüssel stattfinden soll, werden die EU-Industrieminister über den Abschwung in der Automobilindustrie sprechen und Maßnahmen diskutieren, die sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zur Rettung dieser für Europa sehr wichtigen Fertigungsbranche ergriffen werden können. 

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Bei einem außerordentlichen Treffen, das heute (16. Januar 2009) in Brüssel stattfinden soll, werden die EU-Industrieminister über den Abschwung in der Automobilindustrie sprechen und Maßnahmen diskutieren, die sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene zur Rettung dieser für Europa sehr wichtigen Fertigungsbranche ergriffen werden können. 

Bei dem Treffen, das vom Kommissar für Industrie Günter Verheugen einberufen wurde, soll eine Reihe geplanter sowie bereits umgesetzter, nationaler Initiativen diskutiert und überlegt werden, welche weiteren Maßnahmen auf EU-Ebene unternommen werden könnten. Bei dem informellen Ministertreffen sollen keine Entscheidungen getroffen werden.  

Frankreich, beispielsweise, hat den Zugang zu Krediten für Unternehmen bereits verbessert, während Deutschland beschlossen hat, Steueranreize für den Neuwagenmarkt zu schaffen.

Vor einigen Tagen erklärte der französische Premierminister François Fillon, seine Regierung ziehe in Erwägung, Maßnahmen zu ergreifen, bei denen der Staat die großen Autohersteller fast direkt finanziere.

Es gebe viele Möglichkeiten, im Rahmen der EU-Regeln für staatliche Beihilfen verschiedenen Sektoren, darunter auch die Automobilindustrie, unter die Arme zu greifen, meinte der Sprecher der Kommission Jonathan Todd, der keine weiteren Einzelheiten zu dem Treffen bekannt geben wollte.

Verkaufszahlen für 2008 für PKW in der EU, die gestern (15. Januar 2009) von ACEA, des Verbandes europäischer Automobilhersteller, veröffentlich wurden, zeigen den stärksten Rückgang bei der Registrierung von Neuwagen seit 15 Jahren. Die Nachfrage nach Autos ging im Vergleich zum Vorjahr in Westeuropa um 8,4% und im letzten Quartal um 19,3% zurück.

Das Jahr endete im Dezember in ganz Europa mit Markteinbußen in zweistelliger Höhe: 61,9% in Irland, 49,9% in Spanien, 21,2% in Großbritannien, 15,8% in Frankreich, 13,3% in Italien and 6,6% in Deutschland. Gewinne konnte der Sektor 2008 in Finnland (+11,2%) und in Portugal (+5,7%) verzeichnen. In beiden Ländern wurden finanzpolitische Maßnahmen ergriffen, um das Wachstum zu stützen. In Belgien (+2,1%) und der Schweiz (+1,0%) seien die Verkaufszahlen der Finanz- und Wirtschaftskrise gegenüber offensichtlich resistenter gewesen, meinte die ACEA.

Es sei wichtig, dass dieses Treffen stattfinde, denn die Regierungen und die EU müssten schneller handeln, meinte Sigrid de Vries von der ACEA und brachte ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass man sich auf umfangreichere und schneller umsetzbare Maßnahmen würde einigen können (EURACTIV vom 27. November 2008). 

Sie betonte besonders, wie wichtig es sei, weitere zinsgünstige Kredite zur Verfügung zu stellen und übergreifende Marktanreize zu schaffen, damit Initiativen für den Bau neuer Autos in der EU und ein System für die Verschrottung alter Autos entwickelt werden könnten. Sie hob außerdem hervor, dass der Zugang zu Krediten und Darlehen der Europäischen Investitionsbank vereinfacht werden solle, wie bereits versprochen worden sei.