Mittelmeerunion eröffnet Büro
Nach fast zwei Jahren Stagnation geht es mit der Union für den Mittelmeerraum voran. In Barcelona feierte man die Eröffnung des Sekretariats unter Leitung des Jordaniers Ahmed Massade.
Nach fast zwei Jahren Stagnation geht es mit der Union für den Mittelmeerraum voran. In Barcelona feierte man die Eröffnung des Sekretariats unter Leitung des Jordaniers Ahmed Massade.
43 Fahnen wurden vor dem Pedralbes Palast in Barcelona gehisst, als die Zeremonie begann. So viele Staaten beteiligen sich an der Union für das Mittelmeer, einer Partnerschaft der EU mit den Mittelmeer-Anrainern Nordafrikas und des Nahen Ostens. Im Palast nimmt nun der Generalsekretär der Union seine Arbeit auf, der jordanische Diplomat Ahmed Massade.
Seit dem Gaza-Krieg Anfang vergangenen Jahres liegen die Aktivitäten der Partnerschaft weitgehend still. Israel und arabische Länder wie Libyen sind nicht an einen Tisch zu bekommen. Fast 2 Jahre dauerte es, bis die Partner sich auf den Sitz des Sekretariats und ihren Leiter verständigen konnten und das Büro starten kann.
Er werde sich dafür einsetzen, die Kooperation zwischen den Anrainern des Mittelmeers und der Europäischen Union zu fördern, sagte Massade am Donnerstagabend in Barcelona. Ziel sei es, die Sicherheit und die Stabilität der Region langfristig zu sichern.
Der Zeremonie vor der ehemaligen königlichen Residenz wohnten die Außenminister Spaniens, Frankreichs, Ägyptens und Jordaniens bei. Auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amre Moussa, nahm an dem Festakt teil.
Spaniens Außenminister Miguel Ángel Moratinos erklärte im Vorfeld, wie notwendig es sei, "Wege zur Koexistenz" in der Region zu finden. Die spanische EU-Ratspräsidentschaft plant zurzeit einen Gipfel der Union für das Mittelmeer am 7. und 8. Juni 2010. Am kommenden Sonntag startet der EU-Marokko-Gipfel in Grenada.
Die Union war auf Betreiben des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy auf einem Gipfeltreffen am 13. Juli 2008 in Paris gegründet worden. Den Vorsitz übernahmen damals Frankreich und Ägypten. Beide Länder wollen die Mittelmeerunion nutzen, um sich für die Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern einzusetzen.
Als konkrete Projekte sind etwa die Sanierung des Mittelmeeres, Schnellrouten für Lkw-Fähren und den Frachtverkehr sowie eine engere Zusammenarbeit beim Katastrophenschutz geplant. Auch die Gründung einer Euro-Mediterranen Universität steht auf der Agenda. Eine offizielle Übersicht über alle Initiativen finden Sie hier.
Wichtig könnte die Energiepartnerschaft werden.
Der Geschäftsführer des Wüsentstromprojekts DESERTEC, Paul van Son, sieht Anknüpfungspunkte an den Mittelmeer-Solar-Plan (MSP) der Union. Der Solar-Plan soll die Möglichkeiten der Solarstrom-Erzeugung im Mittelmeerraum erforschen und geht maßgeblich auf die Initiative der DESERTEC-Visionäre zurück, schreibt einer der geistigen Väter des Projekts, Gerhard Knies.
Die Kommission wird 5 Millionen Euro bereitstellen, um im Rahmen des MSP mit Partnerländern im Mittelmeerraum institutionelle, gesetzgeberische, technologische und investitionsfördernde Bedingungen für die Entwicklung der erneuerbaren Energiequellen zu schaffen, teilte man im Juli 2009 mit.
awr mit dpa
Links
Spanische Ratspräsidentschaft: The Union for the Mediterranean is launched in Barcelona. Pressemitteilung (4. März 2010).
EU-Kommission: Union für das Mittelmeer. Übersicht.
EU-Kommission: Pressemitteilung zu den Projekten der Union für das Mittelmeer (Juli 2009)
EU-Kommission: "The Mediterranean Solar Plan – a necessity, not an option". Rede von EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner (13. Februar 2009)