Moldawien EU-freundlichstes östliches Land laut Studie
Staatsangehörige Weißrusslands sind größtenteils uninteressiert an der EU, während die Sympathien in der Ukraine zwischen Brüssel und Moskau geteilt sind. Im Gegensatz dazu würde eine große Mehrheit in Moldawien gerne eine Vertiefung der Beziehungen mit der Union sehen. Dies sind die Ergebnisse einer Studie der Universität von Aberystwyth, auf die EURACTIV exklusiv Zugriff hatte.
Staatsangehörige Weißrusslands sind größtenteils uninteressiert an der EU, während die Sympathien in der Ukraine zwischen Brüssel und Moskau geteilt sind. Im Gegensatz dazu würde eine große Mehrheit in Moldawien gerne eine Vertiefung der Beziehungen mit der Union sehen. Dies sind die Ergebnisse einer Studie der Universität von Aberystwyth, auf die EURACTIV exklusiv Zugriff hatte.
Klare Unterschiede in der Wahrnehmung der EU stellten sich im Laufe von nationalen Umfragen heraus, die in Russland, Belarus, der Ukraine und Moldawien abgehalten wurden. Diese wurden durch ein Team unter Dr. Elena Korosteleva durchgeführt, die in der Fakultät für Internationale Politik an der Universität von Aberystwyth arbeitet.
Wohingegen die Bürger in Weißrussland die EU mit liberal-demokratischen Werten assoziieren (wie die freie Marktwirtschaft, Menschenrechte, Demokratie, und den Rechtsstaat), beschreiben sie ihr eigenes Land durch entgegen gesetzte soziokulturelle Werte, die den Respekt für das Kulturerbe, die Toleranz und die Religion unterstreichen, befand die Studie.
In der Ukraine verurteilt die Mehrheit der Befragten die Westausrichtung der ukrainischen Außenpolitik. Stattdessen erwünschen sie eine ausgewogene Beziehung sowohl mit Russland als auch der EU. Die Meinungen zum Zusammenschluss mit Russland sind nach regionalen Unterschieden gespalten: während die Westukraine einstimmig eine europäische Integration unterstützt, sind der Süden und Osten des Landes eher pro-russisch eingestellt.
Positive Gefühle für die EU wurden in weniger als der Hälfte der Befragten Ukrainer ausgelöst, ein Drittel sprach von negativen Empfindungen. Insgesamt wurden die Beziehungen der EU mit der Ukraine eher negativ bewertet. Ukrainer glauben, die EU sehe sie als ein rückständiges, schwaches und zweitklassiges Land, fand die Studie.
Im Gegensatz würden in Moldawien zwei Mal so viele Befragte die Beziehungen eher mit der EU als mit Russland stärken.
In Moldawien, einem zwischen Rumänien und der Ukraine eingekeilten Land wurde die EU positiv bewertet und mit wirtschaftlichem Reichtum und Demokratie assoziiert.
Moldawier glauben, sie könnten von den Errungenschaften der EU in der freien Marktwirtschaft, der Demokratie, dem sozialen Schutz und der nationalen Sicherheit lernen. Die Befragten glauben, dass Moldawien in der EU als freundlich und friedlich wahrgenommen wird, und doch als ein etwas schwaches und rückständiges Land.
Die Befragten sagten, dass Moldawien irgendwann der EU beitreten solle. Sie glauben, dass die Mitgliedschaft ihre wirtschaftliche Entwicklung, beschleunigen würde, ihren Reichtum vergrößern, die politische Situation verbessern und die Arbeitslosigkeit verringern würde. Die einzig schlechte Folge eines möglichen Beitritts wäre ein Anstieg von Verbraucherpreisen.
Die Studie, die auch Russland abdeckt, befand, dass russische Bürger recht gut über die EU informiert sind und sie als Zone der Stabilität und des wirtschaftlichen Wohlstands charakterisieren. Insbesondere Deutschland wird als „Visitenkarte der EU“ gesehen und symbolisiert deren Erfolge.
Die Beziehungen zwischen Russland und der EU werden von den meisten russischen Kommentatoren als „recht gut“ eingeschätzt, obwohl sie nicht immer als gleichberechtigt oder gleichermaßen vorteilhaft gesehen werden.
Die politischen Instrumente der EU ihren Nachbarn gegenüber sind wenig bekannt, zeigte die Studie. In Weißrussland haben 83 Prozent nie von der Nachbarschaftspolitik oder der neueren Östlichen Partnerschaftsinitiative gehört In der Ukraine liegt die Zahl bei 80 Prozent. In Russland haben nur 10 Prozent von dieser Politik gehört.