Moldawien: Transgaz Rumänien löst Gazprom operativ ab
Der rumänische Gasfernleitungsnetzbetreiber Transgaz hat die Übernahme der Aktivitäten von Gazprom in Moldawien angekündigt. Dies ist ein strategischer Schritt, der die Abhängigkeit Chișinăus von russischem Gas weiter verringern dürfte.
Der rumänische Gasfernleitungsnetzbetreiber Transgaz hat die Übernahme der Aktivitäten von Gazprom in Moldawien angekündigt. Dies ist ein strategischer Schritt, der die Abhängigkeit Chișinăus von russischem Gas weiter verringern dürfte.
Im Rahmen der Verhandlungen mit der Europäischen Union verpflichtete sich die Republik Moldau zur Entflechtung von Gasproduktion, -transport, -verteilung und -versorgung, um Monopole zu verhindern und den Zugang aller interessierten Parteien zur Infrastruktur zu gewährleisten. Das ist in der EU bereits Standard.
Trotz eines Entflechtungsgesetzes aus dem Jahr 2016 weigerte sich Gazprom, der Mehrheitsaktionär von Moldovatransgaz, dem nachzukommen. Dies veranlasste die Nationale Energieregulierungsbehörde (ANRE), den Entzug der Lizenz von Moldovatransgaz zu erwägen.
Während Moldovatransgaz jedoch Eigentümer der Vermögenswerte (Pipelines) bleibt, wird Vestmoldtransgaz ab dem 19. September die operative Kontrolle übernehmen.
Die Aktionäre von Vestmoldtransgaz sind Transgaz Romania mit 75 Prozent und die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) mit 25 Prozent.
In den nächsten fünf Jahren wird die Tochtergesellschaft von Transgaz der einzige lizenzierte Betreiber für den Erdgastransport auf dem Gebiet der Republik Moldau sein.
Ion Sterian, der Generaldirektor von Transgaz, betonte, dass das Unternehmen nun „aktiv zur regionalen Energiesicherheit beiträgt.“
„Diese Entflechtung, die die Republik Moldau seit 2012 aufgeschoben hat, ist ein großer Schritt zur Angleichung an die europäische Gesetzgebung“, sagte der moldauische Energieminister Victor Parlicov.
Diese Lösung sei „provisorisch“, und „das Monopol muss gebrochen werden“, sagte Moldawiens ehemaliger Verteidigungsminister Anatol Șalaru auf B1 TV.
Die Republik Moldau, die stark von russischem Gas abhängig war, bemüht sich um eine Diversifizierung ihrer Energiequellen, insbesondere seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine.
Im Mai 2023 kündigte der moldawische Premierminister Dorin Recean an, dass das Land nicht mehr von russischem Erdgas oder Strom abhängig sei.