Montenegro: Pro-europäischer Ministerpräsident gewinnt Wahl [DE]
Die Mitte-Links-Koalition von Ministerpräsident Milo Djukanovic hat die ersten landesweiten Wahlen nach der Unabhängigkeit Montenegros von Serbien gewonnen. Djukanovic ist seit über 15 Jahren im Amt.
Die Mitte-Links-Koalition von Ministerpräsident Milo Djukanovic hat die ersten landesweiten Wahlen nach der Unabhängigkeit Montenegros von Serbien gewonnen. Djukanovic ist seit über 15 Jahren im Amt.
Djukanovics regierende Mitte-Links-Koalition hat über 50 % der Stimmen erhalten und hätte so beinahe 41 der 81 Parlamentssitze bekommen. Den drei Oppositionsparteien bleiben je 11 Sitze, so Reuters. Die zwei großen pro-serbischen Parteien haben zusammen 23 Sitze erhalten.
Dies sei ein Triumph für Montenegros Europapolitik. Die Wahlen hätten gezeigt, dass Montenegro stabil und auf dem Weg nach Europa sei, so Djukanovic.
Seitdem Djukanovic 1997 Parteichef der Demokratischen Partei der Sozialisten wurde, hat er sich für Montenegros Unabhängigkeit und die Mitgliedschaft in der EU und der NATO eingesetzt.
Die landesweiten Wahlen waren die ersten, seitdem Montenegro durch ein Referendum im Mai dieses Jahres von Serbien unabhängig wurde. Der deutliche Sieg Djukanovics wird jedoch von der pro-serbischen Minderheit angefochten.
Die Wahlen wurden von einem Vorfall am 9. September überschattet, als nach Angaben der Polizei 14 ethnische Albaner in Tuzi, einem Dorf im Süden, festgenommen wurden. Die Albaner, die von der Polizei als Mitglieder einer terroristischen Gruppe bezeichnet wurden, waren weder Parteianhänger noch Kandidaten der lokalen Partei der ethnischen Albaner. Die Regierung sei beunruhigt, weil sie die Stimmen der (ethnischen) Albaner verliere, sagte nach Angaben des Presseverbands Vasej Sinistaj, Chef der Albanischen Alternativen Partei.