Montenegros Unabhängigkeit hängt in der Schwebe [DE]

Die Montenegriner haben über ihre Unabhängigkeit abgestimmt, aber die Mehrheit liegt nur knapp oberhalb den von der EU geforderten 55 %.  Das endgültige Ergebnis wird am 22. Mai erwartet.

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Die Montenegriner haben über ihre Unabhängigkeit abgestimmt, aber die Mehrheit liegt nur knapp oberhalb den von der EU geforderten 55 %.  Das endgültige Ergebnis wird am 22. Mai erwartet.

Nach ersten Schätzungen dürfte die Unabhängigkeitsbewegung in Montenegro mit zwischen 55,3 % und 56,3 % den Sieg davon getragen haben.  Während das Ergebnis vom 21. Mai den Anschein einer eindeutigen Mehrheit vermittelt, erfüllt es dennoch nur gerade eben die von der EU aufgestellten Bedingungen für das Referendum, wonach mindestens 55 % der gültigen Stimmen auf das Unabhängigkeitslager entfallen müssen.

Daher hat sich Predrag Bulatovic, Führer der pro-serbischen Unionisten, bislang geweigert, seine Niederlage einzugestehen. Stattdessen sprach er von Destabilisierung und Tricks.  Die Ergebnisse seien erst nach ihrer Bestätigung durch eine staatliche Kommission gültig, sagte er und forderte die Regierung auf, ihre Anhänger zu bitten die Straßen zu verlassen.  

Die Seite der Unabhängigkeitsbefürworter, angeführt vom ehemaligen Präsidenten und jetzigen Ministerpräsidenten, Milo Djukanovic, feierte den Sieg mit Feuerwerk bereits in Podgorica, der montenegrinischen Hauptstadt.

Unabhängig von den Anforderungen der EU, ist dieses Referendum wahrscheinlich nur ein weiterer Schritt in der 15-jährigen Auflösungsgeschichte Jugoslawiens.  Die lockere Föderation zwischen Serbien und Montenegro kam 2003 als Nachfolgerstaat Rumpfjugoslawiens zustande.  Damals hatte sich die EU gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen Montenegros gestellt.  Heute streben sowohl Serbien als auch Montenegro die EU-Mitgliedschaft an.