Mpox-Impfstoffspenden: EU will die Führungsrolle übernehmen
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat sich an die EU-Gesundheitsminister gewandt. In den kommenden Monaten will sie die Lieferung weiterer Spenden von Mpox-Impfstoffen und -Therapeutika an die betroffenen Regionen koordinieren.
EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides hat sich an die EU-Gesundheitsminister gewandt. In den kommenden Monaten will sie die Lieferung weiterer Spenden von Mpox-Impfstoffen und -Therapeutika an die betroffenen Regionen koordinieren.
Die EU-Kommission wird diese Spenden an die afrikanischen Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention (Africa DCD) über die Health Emergency Preparedness and Response Authority (HERA) nach „dem bewährten Team-Europe-Ansatz“ verwalten. Kyriakides hatte diesen Ansatz bereits während der COVID-19-Pandemie erfolgreich angewendet.
Viele Länder sind mit ihren Impfstoffvorräten vorsichtig und prüfen ihren Bedarf, bevor sie sich zu Spenden verpflichten.
Frankreich beobachtet die Krankheit genau und hat bereits 232 Impfstellen eingerichtet. Der französische Premierminister Gabriel Attal schätzt, dass Frankreich 100.000 Impfstoffdosen spenden könnte. „Diese Solidarität wird die derzeitigen europäischen Anstrengungen um fast 50 Prozent verstärken.“
Aber nicht alle EU-Länder können einen Beitrag leisten. Ein tschechischer Beamter erklärte gegenüber Euractiv, das Land könne sich „nicht an diesen Impfstoffspenden beteiligen.“ Er begründete es damit, dass ausreichende Impfstoffvorräte für gefährdeten Bevölkerungsgruppen angelegt werden müssen.
Das tschechische Gesundheitsministerium unterstützt jedoch voll und ganz den HERA-Spendenplan an die Afrikanische Seuchenkrontrolle.
Auch die griechische Gesundheitsorganisation EODY teilte Euractiv mit, dass Griechenland angesichts seines begrenzten Vorrats von 3.500 Impfstoffdosen und Therapien für etwa 100 Personen „vorerst nicht an Spendenplänen teilnehmen“ werde.
Der Impfstoffhersteller Bavarian Nordic gab am Mittwoch (21. August) bekannt, dass ein ungenanntes europäisches Land 440.000 Dosen bestellt habe.
Besserer Wert
Der schwedische Rundfunk berichtete am Freitag (23. August), dass eine in Schweden entwickelte Methode zur Injektion des Mpox-Impfstoffs in die Haut statt unter die Haut dazu führt, dass einer Person nur ein Fünftel der ursprünglichen Impfstoffdosis verabreicht werden muss.
Die Methode wird bereits im schwedischen Gesundheitswesen angewandt. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als auch die afrikanische Seuchenschutzbehörde haben Interesse bekundet, so Professor Anna-Mia Ekström. Sie ist Expertin für globale Infektionsepidemiologie und Vorsitzende der für die Impfstoffverteilung zuständigen Gruppe innerhalb der WHO.
Solidarität
Kyriakides appellierte an den „Geist der weltweiten Solidarität und Zusammenarbeit“ der Minister. Dabei rief sie zu koordinierten und nachhaltigen Maßnahmen auf, um den am stärksten von dem Ausbruch betroffenen Ländern zu helfen.
„Werden wir uns dafür entscheiden, die Systeme zur weltweiten Kontrolle und Ausrottung von Mpox einzurichten? Oder werden wir in einen weiteren Kreislauf von Panik und Vernachlässigung eintreten?“, fragte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, vor Journalisten (20. August). Er betonte dazu die Notwendigkeit einer konsequenteren Unterstützung und Solidarität für Afrika.
The Lancet, eine führende medizinische Fachzeitschrift, hat in einem Leitartikel eine koordinierte internationale Reaktion gefordert. Sie warnte davor, dass „wir vor einem weiteren ungleichen Gerangel um Impfstoffe stehen, wie bei COVID-19, und dass die Gesundheit darunter leiden wird, dass sich die Welt nicht auf ein verbindliches, gerechtes Pandemieabkommen einigen kann.“
*Vasiliki Angouridi, Monica Kleja und Aneta Zachová haben zur Berichterstattung beigetragen
[Bearbeitet von Catherine Feore und Martina Monti]