Nationale Grenzen trennen EU-Staaten nach wie vor [DE]
Die Überquerung der Grenzen von EU-Mitgliedsstaaten, die offiziell keine Grenzkontrollen mehr durchführen, bleibt nach wie vor eine Herausforderung. Der Hauptgrund hierfür sind lange Schlangen an Tankstellen in Ländern mit günstigeren Benzinpreisen, wie EURACTIV-Journalisten auf ihren Reisen während der Urlaubszeit feststellten.
Die Überquerung der Grenzen von EU-Mitgliedsstaaten, die offiziell keine Grenzkontrollen mehr durchführen, bleibt nach wie vor eine Herausforderung. Der Hauptgrund hierfür sind lange Schlangen an Tankstellen in Ländern mit günstigeren Benzinpreisen, wie EURACTIV-Journalisten auf ihren Reisen während der Urlaubszeit feststellten.
Zur Sommerzeit erinnern die Staus an einigen Grenzübergängen der Mitgliedsstaaten stark an die Zeit, als noch Grenzkontrollen an Reisenden existierten, beobachteten die Journalisten. Doch der Hauptgrund für die langen Wartezeiten waren keine Pass- oder Frachtkontrollen, sondern vielmehr die langen Schlangen an den Zapfsäulen. Einige versperrten zeitweise sogar Teile der Fahrbahn und sorgten damit für ein Verkehrschaos.
Besonders die Überquerung der Grenze zwischen Österreich und Ungarn gestaltete sich schwierig. Die Schlangen an der letzten Tankstelle auf österreichischem Boden in Nickelsdorf waren so lang, dass sie das Gelände der Tankstelle verließen und bis auf die Straße reichten. Andernorts waren zwar die Straßen nicht versperrt, aber viele Reisende verbrachten Stunden an grenznahen Tankstellen in der Hoffnung ihren Tank mit günstigerem Benzin zu füllen.
Auch wenn die Benzinpreise in den verschiedenen EU-Staaten nicht übermäßig stark voneinander abweichen, sind viele Reisende bereit, mehrere Stunden ihres Urlaubs zu opfern, um beim Tanken ein paar Euros zu sparen. Das von den meisten verwendete Normalbenzin kostet in Österreich etwa €1,39 und €1,50 in Deutschland. In Ungarn hingegen zahlt man für Benzin letztendlich einen höheren Preis als in Österreich, weil an der ungarischen Grenze Geld getauscht werden muss und dabei Wechselgebühren anfallen. Die ungarischen Tankstellen akzeptieren zwar auch Euro, allerdings zu maßlosen Wechselkursen.
Reisende müssen außerdem an den Grenzen halten, um eine Vignette für die Schnellstraßen der entsprechenden Länder zu kaufen, was noch zu dem Verkehrschaos beiträgt. Die Schlangen, um eine Vignette in Österreich und vor allem in Ungarn zu kaufen, sorgten in der Hauptsaison für Frustration bei den Urlaubern, so dass sich manch einer schon fragte, ob man das Schengener Abkommen wieder außer Kraft gesetzt hatte.