Neue NATO-Pläne stärken Verteidigungsfähigkeiten im Baltikum

Neue Pläne der NATO zur Verteidigung ihrer Ostflanke würden russische Streitkräfte aus dem Baltikum fernhalten, sagt der estnische Verteidigungsminister Hanno Pevkur und bestätigt damit Berichte der New York Times.

Euractiv.de
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Minsk,,Belarus,-,May,,2021:,Flag,Of,Nato,Waving,In [Shutterstock/Maxim Studio]

Mit den neuen Plänen der NATO zur Verteidigung ihrer Ostflanke wurde auch die Sicherheit des Baltikums deutlich gestärkt. Laut dem estnischen Verteidigungsminister Hanno Pevkur könnte man im Angriffsfall die russischen Streitkräfte zurückwerfen. 

„Bisher konzentrierte sich die Abschreckung auf die Fähigkeit der NATO, ihr Territorium zu verteidigen und notfalls zurückzuerobern,“ wurde Pevkur am Dienstag von Estlands öffentlichem Rundfunk ERR zitiert.

„Die neuen Verteidigungspläne konzentrieren sich darauf, auf den Luxus zu verzichten, Territorium in der Ostseeregion aufzugeben, der es an strategischer Tiefe mangelt“, fügte er hinzu.

Estlands Premierministerin Kaja Kallas sorgte im vergangenen Juni für internationale Schlagzeilen, als sie gegenüber der Financial Times erklärte, dass die NATO-Verteidigungspläne aus dieser Zeit die Möglichkeit einer 180-tägigen russischen Besetzung der baltischen Staaten beinhalten und sagte, dies würde Estland von der Landkarte streichen.

Pevkur zufolge verlagert sich die Verteidigungshaltung der Allianz seit dem NATO-Gipfel in Madrid im Sommer 2022 in Richtung Abschreckung.

Pevkur erinnerte daran, dass die NATO seit einiger Zeit an separaten Regionalplänen arbeitet, die Estland und andere baltische Länder umfassen werden.

„Die endgültige Version des Projekts entspricht recht gut unseren Interessen“, sagte Pevkur über die regionalen Pläne der NATO, an denen das Bündnis seit einiger Zeit arbeitet. „Einige Details können noch verfeinert werden, aber das Ziel sollte es sein, Pläne zu haben, die auf dem NATO-Gipfel in Vilnius auf höchster politischer Ebene genehmigt werden könnten.“

Ihm zufolge berücksichtigen die neuen Pläne den Beitritt Schwedens und Finnlands zur NATO.

„Wenn wir nur die Versorgungswege betrachten, sehen wir, dass wir nicht mehr von der Suwalki-Lücke abhängig sind, sondern auch einen NATO-Korridor nach Norden schaffen können“, kommentierte Pevkur die Bedeutung des Beitritts Finnlands zur Allianz. „Dies ist ein äußerst wichtiger Aspekt für die Verteidigung Estlands.“