Niederländer nicht ausreichend vor schädlichen Industrieabgasen geschützt

Die Regierung reagiere oft unzureichend auf schädliche Industrieemissionen, wodurch die Gesundheit der Bürger gefährdet werde, heißt es in einem neuen Bericht des niederländischen Untersuchungsrats für Sicherheit (DSB).

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Der DSB ist ein nichtstaatliches Untersuchungsgremium, das sich mit Sicherheitsfragen und Unfällen befasst. In ihrem Bericht "Industrie und Anwohner" wurde untersucht, wie die niederländischen Bürger vor Industrieemissionen geschützt werden und welche Rolle Gesundheitsbelange dabei spielen. [Shutterstock/Make more Aerials]

Die Regierung reagiere oft unzureichend auf schädliche Industrieemissionen, wodurch die Gesundheit der Bürger gefährdet werde, heißt es in einem neuen Bericht des niederländischen Untersuchungsrats für Sicherheit (DSB).

Der DSB ist ein nichtstaatliches Untersuchungsgremium, das sich mit Sicherheitsfragen und Unfällen befasst. In einem am Donnerstag (13. April) veröffentlichten Bericht des Rates über „Industrie und Anwohner“ wurde untersucht, wie die niederländischen Bürger vor Industrieemissionen geschützt werden und welche Rolle Gesundheitsbelange dabei spielen.

„Auf der Grundlage seiner Erkenntnisse kommt der Sicherheitsrat zu dem Schluss, dass es angesichts der Art und Weise, wie das System in der Praxis gestaltet ist, nicht selbstverständlich ist, dass die Gesundheit der Anwohner angemessen geschützt wird“, heißt es in dem Bericht.

Der Bericht stützt sich auf drei Fallstudien: das Tata Stahlwerk in Ijmuiden, das Chemiewerk Chemours in Dordrecht und das APN Asphaltwerk in Nijmegen. Vor den Untersuchungen hatten Anwohner aller drei Industriestandorte Vorbehalte hinsichtlich möglicher Gesundheitsgefahren geäußert, die von den betreffenden Standorten ausgehen.

Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass die Bedenken der Anwohner sowohl von den lokalen Behörden als auch von den Unternehmen selbst oft nicht zufriedenstellend behandelt oder schlichtweg vernachlässigt werden. Lokalen Behörden und Umweltdiensten fehle es zudem oft an den notwendigen Ressourcen, um die Beschwerden der Bürger ordnungsgemäß zu bearbeiten.

Auch die von den Bundesbehörden angewandten Überwachungs- und Genehmigungsmethoden berücksichtigen aus Sicht des Gremiums die Belange der öffentlichen Gesundheit oft nicht, während Unternehmen die Erneuerung oder den Ersatz von Emissionsgenehmigungen oft verschleppen.

„Aufgrund mangelnden Wissens, fehlender Kapazitäten und fehlendem Sinn für Dringlichkeit“, handle die Regierung in Sachen Industrieemissionen zu wenig proaktiv. „Dadurch können schädliche Emissionen über lange Zeit fortgesetzt werden“, so der Bericht.