Niederländische Asylbehörde verheimlicht Gewalt gegen Minderjährige

Die niederländische Zentralagentur für die Aufnahme von Asylbewerbern hat dem Gesundheitsministerium mindestens 20 gewalttätige Vorfälle mit minderjährigen Asylbewerbern verschwiegen, berichtet die Tageszeitung NRC.

Euractiv.com
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Das Zentrum in Hoogeveen, einer Stadt in der Provinz Drenthe, ist für Asylbewerber reserviert, die in den regulären Asylzentren "Ärger" machen. Es ähnelt einem Gefängnis und wird streng beaufsichtigt. [Motortion Films/Shutterstock]

Die niederländische Zentralagentur für die Aufnahme von Asylbewerbern hat dem Gesundheitsministerium mindestens 20 gewalttätige Vorfälle mit minderjährigen Asylbewerbern verschwiegen, berichtet die Tageszeitung NRC.

Das Zentrum in Hoogeveen, einer Stadt in der Provinz Drenthe, ist für Asylbewerber reserviert, die in den regulären Asylzentren „Ärger“ machen. Es ähnelt einem Gefängnis und wird streng beaufsichtigt.

Die Gewalt, die den Minderjährigen in dem Zentrum angetan wurde, wurde jedoch nie von der Asyl-Aufnahmebehörde gemeldet, weder den Erziehungsberechtigten noch dem Gesundheitsministerium.

Die Behörde räumte ein, in zwei Fällen falsch gehandelt zu haben, unter anderem, als sie nicht meldete, dass einem Minderjährigen ein Sack über den Kopf gestülpt wurde, um ihn unter Kontrolle zu halten, sagte aber, dass die Vorfälle nicht auf „vorsätzliches Handeln“ zurückzuführen seien, wie aus dem Bericht des NRC hervorgeht. Die anderen 18 Vorfälle seien „nicht berichtenswert“.

Das Gesundheitsministerium behauptet, es habe von den Vorfällen nichts gewusst.
Dennoch veranlassten die Berichte das niederländische Parlament, das Thema zu diskutieren.

Die Volt-Abgeordnete Marieke Koekkoek stellte diesbezüglich eine Anfrage an den Staatssekretär Eric van der Burg, wie er den Mangel an Kommunikation im Zusammenhang mit der Berichterstattung über gewalttätige Vorfälle in Asylunterkünften beheben werde.

Daraufhin sagte van der Burg, er werde sich mit der Asylbehörde und dem Ministerium zusammensetzen, um sich in dieser Angelegenheit besser abzustimmen.

EURACTIV hat sich mit der Asylbehörde in Verbindung gesetzt und wird die Geschichte aktualisieren, sobald weitere Informationen vorliegen.