Niki-Airline: Die unendliche Geschichte
Der Hickhack um Air Berlin findet kein Ende. Nun wird der Konkurs der Niki-Airline nochmals und zwar in Österreich abgewickelt.
Der Hickhack um die Air Berlin Tochter findet kein Ende. Nun wird der Konkurs der Niki-Airline nochmals und zwar in Österreich abgewickelt.
Bis 19. Januar 2018 können sich alle jene Interessenten, die bereits für den Erwerb der Air Berlin Tochter „Niki“ ein Kaufangebot stellten, noch einmal Hoffnung machen. Grund dafür ist, dass der Einspruch des auf Fluggastrechte spezialisierten Online-Portals „Fairplane“ gegen das Erstverfahren Erfolg hatte. Das Landgericht Berlin entschied, dass das Konkursverfahren nun in Österreich abgewickelt werden muss. Daraufhin wurde am vergangenen Freitag bereits ein neues Hauptinsolvenzverfahren für Niki, diesmal in Korneuburg bei Wien eröffnet.
Der Ex-Formel-1-Rennfahrer Niki Lauda, der die Airline 2004 gegründet und dann sukzessive an Air Berlin verkauft hatte, beim Konkursverfahren in Deutschland aber keinen Zuschlag erhielt, wird sich erneut um die Airline bewerben. Er tritt damit in Konkurrenz mit dem britisch-spanischen Luftfahrtunternehmen International Airlines Group (IAG), Mutterkonzern von British Airways und Iberia, das zunächst für deren Billigfluglinie Vueling den Zuschlag erhielt und auch weiterhin Interesse an Niki hat.
Verkehrsministers Norbert Hofer macht kein Hehl daraus, dass ihm eine österreichische Lösung sehr gelegen käme, zumal fast 800 der 1.000 Beschäftigten österreichische Arbeitnehmer sind. Dessen Betriebsrat hatte sich allerdings bereits zufrieden erklärt, bei Vueling zu landen. Und auch die Leitung des Wien Flughafens war damit sehr einverstanden, geht es doch vor allem darum, für das am europäischen Markt gut platzierte Ost-West-Flugdrehkreuz neue Airlines zu gewinnen, die für eine Frequenzsteigerung sorgen.
Nun heißt es wieder zurück an den Start. Um aber auf Nummer Sicher zu gehen und, wie immer das Verfahren ausgeht, keine Arbeitsplätze zu gefährden, wurden übrigens die Flugrechte für Niki bis Ende März 2018 verlängert. Das Gericht selbst will ein rasches Verfahren und hat daher die Bieterfrist auf eine Woche beschränkt.
Wenig Freude mit der jüngsten Entwicklung hat der deutsche Insolvenzverwalter Lucas Flöther. Er sieht die Airline „in ernster Gefahr“ und appellierte bereits heute früh an die österreichische Masseverwalterin, dem mit Vueling ausgehandelten Kaufvertrag zuzustimmen.